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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Unser Tipp: Fasten und dabei Gutes tun

24. Februar 2020 | Klimaschutz (BW), Landwirtschaft, Nachhaltigkeit, Suffizienz

In der Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostersamstag verzichten viele auf den Genuss bestimmter Speisen, Getränke und Tätigkeiten. Wie wäre es, für 40 Tage das Auto stehen zu lassen oder sich vegan zu ernähren?

Sich sechs Wochen lang nur das Nötigste neu zu kaufen, spart Geld, Stress und Ressourcen.  (Laura Buschhaus / BUND BW)

Das Glas Wein am Abend, das Wurstbrot zum Vesper –  wir alle haben Gewohnheiten, die uns liebgeworden sind. Und gerade deshalb tut es gut, einmal bewusst auf sie zu verzichten. Das tun Christen schon seit vielen Jahrhunderten während der Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostersamstag. Im Islam gibt es den Fastenmonat Ramadan.

Wer dabei auch noch an die Umwelt und damit seine Mitmenschen denken möchte, sollte sich unsere Tipps zum „Umwelt-Fasten“ anschauen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem 40-tägigen Verzicht aufs Auto oder auf Plastik? Oder jede Woche auf etwas Anderes? Vielleicht merkt ja der eine oder die andere nach der Fastenzeit, dass die eigenen Gewohnheiten gar nicht so unabänderlich sind und es gar nicht so übel ist, mal etwas Neues auszuprobieren…

Doch hier erstmal unsere Tipps:

 

1. Plastik-Fasten:

Auf Plastik im Alltag zu verzichten, erfordert etwas Zeit und Mühe, aber es lohnt sich: Immerhin verbrauchte jede*r Deutschen im Jahr 2016 durchschnittlich 38 Kilogramm Plastik, wie der BUND und die Heinrich-Böll-Stiftung für den „Plastikatlas 2019“ ermittelten. Der durchschnittliche EU-Bürger verantwortet 24 Kilogramm. Nicht einmal zehn Prozent des jemals produzieren Kunststoffes seien recycelt worden. Aus diesem Grund ruft der BUND alljährlich zum Plastikfasten  auf. Dazu gehört es zum Beispiel, beim Kauf von Milchprodukten oder Getränken statt Einwegverpackungen Glasbehälter zu wählen. In vielen Geschäften können die Kund*innen mittlerweile auch eigene Gefäße mitbringen und sich die Ware dort direkt hineinlegen lassen. Auf der Seite der BUND-Aktion #plastikfasten finden Sie Tipps und eine Karte von Geschäften, wo Sie verpackungsfrei einkaufen können.

 

2. Fleisch-Fasten:

70 Prozent der direkten Treibhausgasemissionen unserer Ernährung sind auf tierische Produkte zurückzuführen. Außerdem benötigt kein anderes Gut der Welt so viel Land wie die Herstellung von Fleisch- und Milchprodukten. Im Fleischatlas 2018 schreibt der BUND, dass nur 17 Prozent des Kalorienbedarfs der Menschheit durch tierische Produkte gedeckt werden – dafür aber 77 Prozent des globalen Agrarlandes benötigt werden.

Mit weniger Fleisch und mehr frischem Obst und Gemüse lassen sich zudem ernährungsbedingte Gesundheitsrisiken für Übergewicht, Diabetes, Hypertonie, Gefäßerkrankungen, Krebs und Gicht reduzieren. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, verzichtet während der Fastenzeit auf alle tierischen Produkte , also auch auf Milch und Eier. Damit tut er nicht nur sich, sondern auch den Tieren und dem Klima viel Gutes.

 

3. Regional und saisonal fasten:

Auch wenn regionale Winterküche für manche vielleicht etwas langweilig klingt – das ist sie auf keinen Fall. Wie wäre es zu Beispiel mit einem Lauch-Eintopf oder einer Rosenkohl-Nudel-Pfanne? Versuchen Sie einfach in den nächsten 40 Tagen, wann immer möglich, regional, saisonal, ökologisch und in der Nähe Ihres Hauses einzukaufen.

Obst und Gemüse, das derzeit in der Umgebung wächst, muss nicht klimaschädlich um den halben Erdball in unsere Supermärkte transportiert werden.

So verursacht der Flugtransport von einem Kilogramm Erdbeeren aus Südafrika nach Stuttgart rund 18 Kilogramm Treibhausgase, wie die Verbraucherzentrale Niedersachsen schreibt. Wenn im Sommer hierzulande die süßen Früchte wachsen und mit dem LKW geliefert werden können, fallen bei einer Strecke von 100 Kilometer nur etwa 370 Gramm Treibhausgase pro Kilo Erdbeeren an.

 

4. Auto-Fasten:

Wie wäre es, 40 Tage das Auto in der Garage stehen zu lassen? Das muss keine Verschlechterung an Lebensqualität bedeuten. Viele Wege lassen sich stressfreier zu Fuß, mit dem Rad oder mit Bus und Bahn zurücklegen. Auch für Urlaube ist kein Auto notwendig. Die Bahn ist oftmals schneller. Oder Sie steigern Ihre Fitness und schwingen sich auf den Fahrradsattel.

 

5. Konsum-Fasten:

Sich sechs Wochen lang nur das Nötigste neu zu kaufen, spart Geld, Stress und Ressourcen. Viele Artikel für den Haushalt lassen sich selbst herstellen, so ist Olivenölseife eine richtige Allzweckwaffe im Badezimmer. In Second-Hand-Läden, bei Kleidermärkten und Tauschparties lassen sich echte Schnäppchen machen. In vielen Städten gibt es zudem Tauschläden, die unter anderem technische Geräte verleihen.

 

6. Handy-Fasten:

Rund 28 Prozent der befragten Smartphone-Besitzer gaben 2017 in einer Statista-Befragung an, ihr Smartphone mehr als eine Stunde am Tag zu nutzen. Die ständige Erreichbarkeit stresst uns. Kein Wunder, dass das Handy-Fasten sehr beliebt ist. Dabei schalten Sie das Handy komplett aus oder nutzen es nur einmal am Tag für dringende Erledigungen. Wer sein Smartphone schont, verlängert dessen Lebenszeit. Das ist gut für die Umwelt, denn die Herstellung der Geräte hat weitreichende Auswirkungen auf Menschen und Natur. Für die Produkte werden wertvolle Rohstoffe benötigt. Außerdem verbraucht ein ausgeschaltetes Handy natürlich keinen Strom.

 

Ist etwas für Sie dabei? Schreiben Sie uns gerne von Ihren Erfahrungen an presse.bawue@bund.net.

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