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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Bärenstark durch den Frühling: der Bärlauch

07. April 2020 | Naturschutz, Ressourcen & Technik, Aktiv im Naturschutz (BW), Naturoasen schützen (BW), Umweltbildung (BW), Wälder, Artenschutz (BW), BUND Baden-Württemberg (BW)

Wer im April mit offenen Augen durch den Wald läuft, kann vor allem im Süden Deutschlands Bärlauchfelder entdecken. Worauf beim Sammeln zu achten ist und wofür die Wunderpflanze gut ist, lesen Sie in unserem ÖkoTipp.

Fein duftende Bärlauchfelder verströmen Frühlingsgefühle.  (Jan Anderson)

In fast ganz Europa hat die beliebte, feine Pflanze aus der Unterfamilie der Lauchgewächse seine Standorte. Im März und April können Spaziergänger*innen im Wald auf große Flächen von Bärlauch stoßen. Blütezeit ist von April bis Mai. Mit einer Wuchshöhe von etwa 20 bis 30 Zentimeter sticht er dem Ungeübten jedoch vielleicht nicht direkt ins Auge.

Achtung: Verwechslungsgefahr

Der Geruch ist typisch lauchartig, die Blütenstiele sind gerade und haben – als wichtigstes Indiz, nicht etwa giftige Maiglöckchen oder Herbstzeitlose zu pflücken – eine glänzende Blattoberseite mit matter Blattunterseite, die auf Reiben mit ebendiesem typischen Geruch reagiert. Aber Achtung: Der Geruchtrick funktioniert nur am Anfang. Wer beim Sammeln schon an einigen Bärlauchblättern gerieben hat, trägt den Duft an den Fingern und kann nicht mehr unterscheiden, ob er von den Händen oder der Pflanze kommt.

Zum Teil hat sich der Bärlauch aus der künstlichen Anpflanzung weiter ausgebreitet. Sein bevorzugter Platz sind schattige und feuchte Wälder, sowohl in Schluchten als auch nahe Bächen. In Deutschland ist die Pflanze vor allem im Süden zu finden, in Norddeutschland, wie etwa in Brandenburg oder Hamburg, steht er sogar als „vom Aussterben bedroht“ auf der Roten Liste.

Das Sammeln für den Eigenbedarf ist zwar nicht verboten, laut Naturschutzgesetz dürfen die Pflanzen aber nicht ohne vernünftigen Grund geerntet und ihr Lebensraum verwüstet werden. Auf keinen Fall sollten Sie Bärlauch an Stellen pflücken, wo Hunde ausgeführt werden. In Naturschutzgebieten gilt: Bärlauch nur ernten, wenn die Schutzverordnung es zulässt.

Medizinischer Nutzen

Schon im Mittelalter wurde der medizinische Nutzen von Bärlauch anerkannt und dessen Öle beispielsweise bei Magen-Darm-Störungen sowie bei Atemwegs-, Leber-, Gallen-, und Arterioskleroseproblemen eingesetzt. Zudem hat Bärlauch antibakterielle Wirkung, hilft bei Bluthochdruck und wirkt sich darüber hinaus positiv auf den Cholesterinspiegel und bei Wurmbefall aus.

In der Küche

Die Einsatzmöglichkeiten von Bärlauch scheinen schier unbegrenzt: Neben schmackhaften Pestos kann man Knoblauchspinat – wie Bärlauch ebenfalls genannt wird – auch trocknen und mörsern, zu Dips und Bärlauchbutter verarbeiten, ihn in Öl einlegen oder als Zutat für Flammkuchen und anderweitige Gerichten verwenden. Die rohköstliche Verarbeitung der Pflanze hat den Vorteil, dass sich der charakteristische Geschmack nicht durch die Erhitzung verflüchtigt.

Bärlauch ist komplett verzehrbar. So können die Knospen für besondere Feinschmecker auch als Bärlauchkapern unter Zugabe von Kräuteressig verarbeitet werden. Blütezeit ist von April bis Mai.

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