BUND Landesverband
Baden-Württemberg

In Märchen und Fabeln wird der Rotfuchs (Vulpes vulpes) „Reineke“ oder „Reinhard“ genannt. Das heißt so viel wie „der durch seine Schlauheit Unüberwindliche“. Und tatsächlich trickst der Fuchs viele Tiere aus. Der schlaue Fuchs stellt sich beispielsweise tot und lockt Krähen in die Falle. Die Aasfresser picken den vermeintlich toten Fuchs an und fliegen schnell davon. Das wiederholen sie einige Male. Bis der Fuchs aus seiner Totenstarre erwacht und...

Ein Rotfuchs schaut aus einem Bau. Füchse sind extrem anpassungsfähig. Der ursprünglich eher scheue Waldbewohner hat sich mittlerweile an fast alle Lebensräume gewöhnt – egal ob Halbwüste, Küste oder Hochgebirge. Füchse sind mittlerweile sogar mitten in Großstädten unterwegs.  (Britta Springler)

Füchse: hunde- und katzenartige Geschöpfe

Füchse sind Raubtiere und gehören wie Hund und Wolf zu den hundeartigen Tieren. Doch sie ähneln auch Katzen wegen der zum Schlitz verengten Pupillen ihrer Augen und weil sie gerne mit ihrer Beute spielen. Sie haben einen schmalen Körper und werden 60 bis 90 Zentimeter lang, wobei der typische dicke und buschige Schwanz die Hälfte ihrer Körperlänge ausmacht. Ihr Fell ist dicht und rotbraun. Wangen, Bauch und die Innenseite der Beine sind weiß. Die Schwanzspitze ist weiß oder dunkel.

Lebensweise: anpassungsfähig, Einzelgänger und Allesfresser

Sein Revier ist bis zu 20 Quadratkilometer groß. Dort hat der Fuchs auch seinen Bau mit vielen Höhlen, Haupt- und Fluchtgängen. So kann er aus vielen Stellen in seinem Revier Zuflucht und Schutz finden. Sie sind sehr flink und können fünf Meter weit und zwei Meter hoch springen und schaffen bis zu 50 Kilometer in der Stunde.

Die Raubtiere leben nicht in Rudeln; sie streifen lieber alleine durch ihr Revier. Nur zur Paarungszeit im Januar und Februar finden Fuchs und Fähe, so nennt man die Weibchen, zusammen. Aus dem Wald sind dann Heulen und Bellen zu hören. Im Fuchsbau kommen im Mai drei bis fünf anfangs noch blinde, winzig kleine Füchse zur Welt. Sie wiegen nur 80 bis 150 Gramm und haben ein wolliges, graubraunes Fell. Die Fähen säugen die Jungen vier bis sechs Wochen lang. Der Vater hilft bei der Aufzucht. Danach verlassen sie erstmals den Bau. Zu diesem Zeitpunkt haben die Kleinen bereits das fuchstypische, rötlichbraune Fell. Ab dem dritten Lebensmonat ziehen sie mit ihrer Mutter gemeinsam auf der Suche nach Nahrung umher. Geschlechtsreif werden sie nach rund zehn Monaten. Nach einem Jahr werden sie flügge.

Füchse sind bei Dämmerung aktiv. Als Nahrungsopportunisten fressen sie so ziemlich alles, was der Mensch und die Natur anbieten: Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Mäuse, Hasen, Regenwürmer, Schnecken, Heuschrecken, Insekten, Vogeleier, Vögel oder Eidechsen und Frösche. Himbeeren und Brombeeren gehören auch dazu. Eine ausgewachsene Gans, wie ihm ein Kinderlied nachsagt, packt allerdings auch der stärkste Fuchs nicht. Denn mit einem Gewicht von sieben bis neun Kilogramm sind die Gänse schlicht zu schwer. Ihre Beute spüren sie mit ihrem Gehör und Geruchssinn auf. Mit den Tasthaaren an Schnauze und Pfoten erspüren sie kleinste Bewegungen.

Vorkommen: überall und doch unsichtbar

Füchse sind extrem anpassungsfähig. Sie sind in ganz Europa verbreitet. Der ursprüngliche Waldbewohner hat sich mittlerweile an fast alle Lebensräume gewöhnt – egal ob Halbwüste, Küste oder Hochgebirge. Füchse sind mittlerweile sogar mitten in Großstädten unterwegs. Dort finden sie oftmals einen reich gedeckten Tisch – mit einem viel größeren Nahrungsangebot als in ländlichen Gegenden mit intensiver Landwirtschaft. Hier ist die Zahl der Feldhasen in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen. In Gärten, Hinterhöfen, Parks und Mülleimern finden sie kleine Tiere genauso wie fressbare Abfälle. Die Scheu vor dem Menschen ist ihnen durchaus geblieben, deshalb bekommt man die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere nur selten zu Gesicht. 

Gefährdung 

Feinde haben die Füchse außer dem Menschen nur wenige. Einst wurden sie wegen ihres Pelzes gejagt. Im Gebirge wird ihnen der Steinadler gefährlich und dem unvorsichtigen Jungfuchs der Uhu. Auch Luchse jagen ab und an Füchse, davon gibt es in Baden-Württemberg bisher jedoch nur vier. Die hohe Fortpflanzungsrate gepaart mit einer Lebenserwartung von bis zu zwölf Jahren hält die Populationen stabil.

Naturbeobachtung

Der Fuchs ist allgegenwärtig, doch wegen seiner Scheu schwer zu Gesicht zu bekommen. Da er sich an jeden Lebensraum gut anpasst, können ihn Tierfreund*innen in der Abenddämmerung in Parks, an Waldrändern und neben Feldern beobachten.

Unnützes Wissen

  • In großen Bauten bilden sich manchmal Wohngemeinschaften aus Fuchs, Dachs und sogar Kaninchen. Im Bau herrscht Burgfrieden. Das heißt, alle lassen einander in Ruhe.
  • In den 1970er-Jahren hat der Mensch zur Tollwutbekämpfung Vernichtungsfeldzüge gegen den Fuchs geführt, ihn gejagt oder in ihren Bauten vergast.
  • Füchse nutzen ihren buschigen Schwanz nicht nur, um das Gleichgewicht zu halten, sondern auch um mit anderen Füchsen zu kommunizieren.
Ein Rotfuchs schaut aus einem Bau.  (Britta Springler)

Das Foto und seine Geschichte

Britta Springler hat das Foto des Fuchses für den BUND-Wettbewerb natürlich Baden-Württemberg eingereicht. An einem Februar-Tag war sie mit der Kamera unterwegs zum Naturschutzsee. „Da sah ich von Weitem diesen Fuchs am Straßengraben sitzen. Es war ein aufregender Moment! Ich fuhr ganz langsam und konnte auf drei Meter herangehen und dieses Foto vom Fuchs machen.“ Sie landete mit dem Bild in der Top 10-Liste.

Quellen:

  • Infos und Text mit Dank an Herwig Winter und dem BUND Hessen.

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