BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Rauchschwalben

Rauchschwalben sind besonders wendige und schnelle Flieger. In der Sekunde schaffen sie vier bis zehn Flügelschläge und kommen so auf 80 Kilometer in der Stunde. Ein großer Teil ihres etwa 19 bis 22 Zentimeter langen Körpers entfällt auf ihre Schwanzspieße. Der gegabelte, lange Stoß ist typisch für Schwalbe und Mauersegler. Ihr Gefieder ist blau-schwarz glänzend, am Bauch sind sie weiß, an Kehle, Stirn und Kinn kastanienbraun.

Eine Rauchschwalben-Mutter mit ihren Jungen Man erkennt sie an ihrem „Witt-witt-witt“. Auch Rauchschwalben sind gefährdet. Der Grund: Es gibt immer weniger Insekten und immer weniger Nistmöglichkeiten.  (Helga Rosenberger)

Wie leben, was und wie jagen Rauchschwalben?

Auch wenn Rauchschwalben ein Leben lang zusammenbleiben, müssen sich die Männchen jedes Jahr aufs Neue beweisen. Vor jeder Brutsaison scheinen die Weibchen die Qualitäten ihres Partners neu zu bewerten. Macht ihr bisheriges Männchen keine gute Figur, legt sie ihrem Gatten gegebenenfalls mehr „Kuckuckseier“ von anderen Vätern ins Nest. Die Männchen werben mit ihren kastanienbraunen Federn an der Kehle um die Gunst des Weibchens. Je intensiver ihre Federfarben, umso besser kommen sie an.

Rauchschwalben sind Gebäudebrüter. Im Gegensatz zur Mehlschwalbe brütet die Rauchschwalbe in offenen Gebäuden wie Scheunen und Ställen und nicht an den Gebäuden. Daher kommt auch ihre Name: In früheren Zeiten flogen die Vögel in die Gebäude, über die Öffnungen, aus denen der Rauch kam. Ihre halbkugeligen Lehmnester besiedeln sie jedes Jahr aufs Neue. Die Weibchen legen zwei- bis dreimal im Jahr vier bis fünf weiße, braunrot gefleckte Eier. Beide Eltern füttern ihre Jungen etwa drei Wochen lang.

Fliegen die Schwalben tief, steht Regenwetter an. Denn Schwalben fliegen ihrem Futter hinterher. Bei Tiefdruckwetterlage verziehen sich die fliegenden Insekten näher an den Boden. Ihre Beute fangen diese Vögel im Flug. Auf ihrem Speiseplan stehen hauptsächlich fliegende Insekten wie Fliegen, Mücken, aber auch Spinnen. Im Flug hört man sie mit schnellen und lauten witt witt-Rufen am häufigsten.

Wo leben sie?

Rauchschwalben kommen in ganz Europa vor, Ausnahme sind Island und der Norden Norwegens. Auch überall in Baden-Württemberg. Als Lebensraum ziehen sie ländliche Gebiete und offene Kulturlandschaften mit Bauernhöfen, Wiesen und Teichen und kleine Seen, wo sie Brutplätze und Nahrung finden, vor. Besonders gut geeignet sind Viehweiden, denn hier gibt es viele Fliegen und sie stehen meist in direkter Nähe zu den Höfen mit den Nistplätzen. In Waldgebieten oder im Donautal sind sie weniger häufiger anzutreffen.

Sind Rauchschwalben besonders geschützt?

Die Rauchschwalbe gilt nach der aktuellen Roten Liste Baden-Württembergs als gefährdet. Eines ihrer größten Probleme ist der Rückgang von Nistmöglichkeiten und die illegale Zerstörung der Nester. Neuere geschlossene Ställe und Scheunen bieten den Vögeln keine Einflugmöglichkeiten mehr. Und die Vögel haben es immer schwerer, eine geeignete Stelle für ihre Nester zu finden. Das zweite schwerwiegende Problem ist der dramatische Rückgang der Insekten. Außerdem finden die Tiere immer seltener offene lehmige Bodenstellen, um Material für den Nestbau zu sammeln, da Feldwege asphaltiert oder geschottert werden.

Sie gehören zu den besonders geschützten Tierarten. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet, Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten besonders geschützter Arten zu beschädigen oder zu zerstören. Schwalben und ihre Nester müssen deshalb von Hauseigentümer*innen und Mieter*innen geduldet werden.

Statt Nester zu entfernen, können Hausbesitzer*innen künstliche Nester an weniger problematischen Stellen anbringen. Dadurch halten sich die Tiere vom Haus fern. Noch besser ist es, Kotbretter unter den Nestern anzubringen. Denn Ersatznistplätze werden nicht so gerne angenommen.

BUND-Engagement für Rauchschwalben

Der BUND setzt sich ein:

  • für den Erhalt der Kleinbäuerlichen Landwirtschaft,
  • gegen das Insektensterben und trägt so zur Sicherung der Nahrungsgrundlage für Rauchschwalben bei,
  • für eine Reduktion des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft,
  • für eine extensive Weidehaltung.

Was kann der*die Einzelne tun?

Brutpaare bleiben ihrem Nistplatz meist treu. Durch das Anbringen einer Nisthilfe verschafft man Rauchschwalben zeitlebens ein Zuhause. Wer selbst eine Scheune, Schuppen oder Stall hat, kann darauf achten, dass es Einflugöffnungen für die wendigen Flieger gibt.

Naturtipp: Rauchschwalben beobachten

Rauchschwalben sind Sommervögel. Sie kommen im April zurück in ihre Brutgebiete und bleiben bis Anfang Oktober. Sie überwintern in Mittel- und Südafrika. In den Sommermonaten können Natur-Liebhaber*innen sie in der Nähe von traditionellen Bauernhöfen mit alten Gebäuden und Stallungen antreffen. Gute Chancen bieten sich auch, wenn kleine Gewässer in der Nähe liegen.

Quellen:

Über das Foto

Eine Rauchschwalben-Mutter mit ihren Jungen  (Helga Rosenberger)

Das Familienfoto der Rauschschwalben hat Helga Rosenberger 2019 beim BUND-Fotowettbewerb natürlich Baden-Württemberg eingereicht und damit den dritten Preis gewonnen. Sie fing mit ihrer Kamera den Moment ein, in dem eine Rauschwalbe auf ihre Jungtiere zufliegt und einem ihrer Jungen das Futter in den Schnabel legt. Ein seltener Anblick. Denn normalerweise füttern Rauchschwalben ihre Jungen in ihren Brutstätten.

"Eine eindrucksvolle und seltene Momentaufnahme. Man hört beim Anblick des Fotos die Küken förmlich vor Hunger piepen ", so die Jury. Rauchschwalben haben einen sehr melodischen Gesang, der aus einzelnen Rufen zusammengefügt wird.

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