BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Hummelschwärmer

Der Hummelschwärmer ist der Hubschrauber unter den Schmetterlingen. Denn er lässt sich nicht wie die anderen Schmetterlinge auf der Blüte ab. Er bleibt vor der Blüte in der Luft „stehen“ und saugt so mit seinem langen Rüssel den Nektar aus den Blütenkelchen.

Ein Hummelschwärmer schwirrt vor einer Nektarpflanze. Im Schwirrfug bleibt der Schwärmer in der Luft vor der Blüte stehen, um mit seinem langen Rüssel Nektar zu saugen.  (Nora Kappes)

Aussechen: klein, dick und pelzig

Dieser Schmetterling sieht Hummeln zum Verwechseln ähnlich. Er ist klein, dick und dichtpelzig. Seine Farben sind gelb, rot und braun. Die Flügel des Hummelschwärmers sind durchsichtig und nur am Rand rotbraun beschuppt. Die Raupen sind grün mit braunem Bauch und haben oft rote Ringe um die Atemöffnungen. Wie alle Falter der Familie der Schwärmer hat die Raupe einen auffälligen Stachel am Hinterleib.

Rasender Schwärmer und schleckiger Schwärmer

Der Hummelschwärmer gehört zu den schnellsten Schmetterlingen. Bei seinem Schwirrflug erreicht die Schlagfrequenz seiner Flügel bis zu 90 Schlägen in der Sekunde und kommt somit auf bis zu 80 Kilometer in der Stunde. Andere Schmetterlinge erreichen im Vergleich zehn bis 15 Flügelschläge in der Sekunde.

Die Raupen des Schwärmers sind sehr schleckig. Deshalb legt das Weibchen ihre blassgrünen, runden und glänzenden Eier einzeln an der Unterseite von Heckenkirschen-Blättern ab. Die frischen Triebe der Heckenkirsche und Schneebeere sind so ziemlich das einzige, was den Raupen schmeckt. Die Raupen schlüpfen so mitten in ihrer Nahrungsquelle. Beliebte Nektarpflanzen der erwachsenen Tiere sind Günsel-Arten und Sommerflieder.

Vorkommen und Gefährdung

Die tagaktiven Nachtfalter kommen vom Süden Großbritanniens über Zentraleuropa bis Zentral- und Ostasien vor. Vorausgesetzt an den Standorten wachsen die Futterpflanzen der sehr wählerischen Raupen. In Baden-Württemberg schwirrt er vor allem in den südlichen Landesteilen herum, insbesondere auf der Schwäbischen Alb.

Der Hummelschwärmer steht in Deutschland auf der Roten Liste gefährdeter Arten. In Baden-Württemberg steht er immerhin auf der Vorwarnliste (Kategorie V). Trotzdem geht der Bestand in einigen Regionen stark zurück. Vor allem dort, wo Mahd und Flurbereinigungen die Nektarpflanzen der Falter zunichte macht. Umso wichtiger ist es, diese Pflanzen an den wichtigen Standorten zu schützen.

Der BUND-Einsatz

Der BUND engagiert sich

  • auf allen politischen Ebenen gegen das Insektensterben.
  • artenreiche, blühende Wiesen und naturnahe Waldränder. Die Heckenkirsche, die Leibspeise der Raupen, wächst vor allem an Waldrändern.
  • Wenn der BUND Feldhecken anlegt oder Sträucher am Waldrand pflanzt, sind zu einem guten Teil auch immer Heckenkirschen dabei.
  • In seinem Projekt Schmetterlingsland Baden-Württemberg setzt sich der BUND für die schmetterlingsfreundliche Pflege von artenreichem Grünland, die Neuanlage von Blühflächen und naturnahe Gärten ein.

Naturbeobachtung

Die Falter fliegen gerne aus, wenn es warm, trocken und windstill ist. Die ersten Falter fliegen ab Mai aus. Von Juni bis zum Herbst können Natur-Beobachter*innen an Heckenkirsche, Geißblatt und Schneebeere Raupen finden. Beliebte Nektarpflanzen der Falter sind Günsel-Arten und Sommerflieder.

Ein Hummelschwärmer schwirrt vor einer Nektarpflanze.  (Nora Kappes)

Das Foto und seine Geschichte

BUND-Mitglied Nora Kappes` Foto zeigt einen Hummelschwärmer im Anflug auf einen Rotklee. Sie hat den Moment bei einem Spaziergang zwischen Feldern und Weinbergen bei Wintersweiler im Landkreis Lörrach eingefangen.

Die Bewertung der Jury: "Mit der Aufnahme ist der Fotografin ein absoluter Glückstreffer gelungen. Den seltenen Hummelschwärmer so vor die Linse zu bekommen, dass man Rüssel und Fühler klar erkennt, ist bemerkenswert."

Quellen:

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