BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Maßnahmen für Wasserqualität

Die Wasseraufbereitung wird immer aufwändiger, weil wir Menschen Unmengen giftiger Stoffe ins Wasser pumpen. Zahlreiche neue Stoffe machen den Klärwerken zu schaffen.

Ein Wasserspritzer Der Mensch kann weniger Tage auf Wasser als auf Nahrung verzichten.  (yellow2j / depositphotos.com)

Sauberes Wasser ist überlebenswichtig für alle Lebewesen. Der menschliche Organismus besteht zu 70 Prozent aus Wasser. Ohne zu trinken, überleben wir nur wenige Tage. Wasserverschmutzungen schaden daher uns und der Umwelt. Mittlerweile bereiten diese auch bei der Trinkwasseraufbereitung immer größere Probleme und führen zu steigenden Kosten. Noch gibt es keinen Grund zur Panik: Das Leitungswasser in Deutschland ist weiterhin flächendeckend von guter Qualität und kann bedenkenlos getrunken werden.

Neue Stoffe bedrohen die Wasserqualität

Grund für die wachsenden Probleme bei der Wasseraufbereitung ist, dass wir Menschen Unmengen giftiger Stoffe ins Wasser pumpen: Gülle wird von den Äckern und Feldern in Gewässer und ins Grundwasser gespült, Arzneimittelrückstände, Mikroplastik, Haushaltschemikalien und Öl aus der Küche und von Maschinen landen in der Kanalisation. Insbesondere für die Klärwerke ist dies keine leichte Aufgabe, denn zahlreiche neue Stoffe bedrohen die Wasserqualität und machen immer neue Reinigungsschritte notwendig. Und auch dann können sie häufig nur unvollständig herausgefiltert werden.

Absoluten Vorrang haben Maßnahmen für sauberes Wasser, die an der Quelle ansetzen. Was gar nicht erst in die Umwelt gelangt, muss nachher auch nicht mühsam, teuer und ineffektiv wieder rausgefischt oder -gefiltert werden.

Übrigens: Die Trinkwasserverordnung des Bundesgesundheitsministeriums schreibt die Qualität des Trinkwassers vor. Für die Einhaltung der Grenzwerte sind die Wasserversorger zuständig. Die Gesundheitsämter kontrollieren diese und schreiten ein, wenn es Probleme gibt.

Was jede*r Einzelne tun kann:

  • Informieren Sie sich über die korrekte Anwendung Ihnen verordneter Medikamente und sprechen Sie mit Ihren Ärzt*innen oder Apotheker*innen über mögliche Alternativen.
  • Entsorgen Sie keine Medikamente über die Toilette oder Spüle. In den meisten Fällen können Medikamente und Arzneimittel in der Restmülltonne entsorgt werden, in speziell dafür vorgesehenen mobilen Schadstoff-Sammelstellen oder in Recyclinghöfen. Auch bieten einige Apotheken die Rücknahme von Medikamenten auf freiwilliger Basis an.
  • Verzichten Sie auf Produkte mit Mikroplastik und Silikonen. Dabei hilft der BUND-Einkaufsratgeber und die BUND-Smartphone-App ToxFox.
  • Generell hilft es, Plastik zu vermeiden und damit auch weniger Mikroplastikmüll zu verursachen.
  • Wenn Sie tierische Produkte kaufen, achten Sie auf ökologische Tierhaltung.
  • Kaufen Sie Obst und Gemüse bevorzugt aus ökologischem Landbau, ersatzweise Produkte von Erzeugergemeinschaften, die auf Pestizide ganz oder weitgehend verzichten.
  • Fragen Sie bei Gemüse und Salat nach dem Nitratgehalt und ziehen Sie Erzeugnisse mit niedrigem Nitratgehalt vor.

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