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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Netze und Speicher

Für Netze und Speicher ergeben sich durch den dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien neue Anforderungen. Ein Um- und Ausbau der Stromnetze ist nötig, damit es nicht zu Engpässen bei der Versorgung kommt. Jedoch muss er so natur- und menschenfreundlich wie möglich stattfinden.

Das zukünftige Oberbecken des Pumpspeicherwerks Attdorf Bislang erfolgte die Stromerzeugung in zentralen Großkraftwerken, die in der Nähe von Industrie und Ballungszentren angesiedelt waren.  (BUND Hochrhein)

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien stellt das bisherige Energieversorgungs-System quasi auf den Kopf. Bislang erfolgte die Stromerzeugung in zentralen Großkraftwerken, die in der Nähe von Industrie und Ballungszentren angesiedelt waren. Zunehmend findet die Energieerzeugung in vielen dezentralen Anlagen im ländlichen Raum statt.

Für die Aufnahme des erneuerbaren Stroms muss deshalb insbesondere die Verteilnetzebene (bis 110 Kilovolt) angepasst werden. In Baden-Württemberg sind zahlreiche Stadtwerke auf dieser Spannungsebene tätig. Größter Betreiber ist die EnBW Tochter Netze BW.

Netzausbauplan

Die Erzeugung von Strom aus regenerativen Energien ist ungleich verteilt. Überproportional viel Windstrom kommt aus Nord- und Ostdeutschland. Netze mit einer Höchstspannungsebene (380 Kilovolt) transportieren den Strom bislang von Nord nach Süd.

Seit 2011 ist die Netzplanung neu geregelt und liegt in der Zuständigkeit der Bundesnetzagentur. Vorgesehen sind mehrere zusätzliche „Stromautobahnen“ als Hochspannungsgleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ), die für einen verlustarmen Stromtransport über weite Strecken gebaut werden.

Zwei dieser HGÜ-Leitungen führen vom Norden beziehungsweise Osten nach Baden-Württemberg. Die SuedLink-Trasse endet nördlich Heilbronn in Großgartach, die Ultranet-Verbindung in Philippsburg. An beiden Standorten müssen große Konverter für die Umwandlung des Gleichstroms in Wechselstrom gebaut werden.

Netzausbau darf die Kohleverstromung nicht fördern

Der BUND Baden-Württemberg lehnt die Ultranet-Leitung ab, da diese im Rheinischen Braunkohlerevier beginnt und in erster Linie dem Transport von Kohlestrom dienen wird. Solange die Leitung nicht bis an die Nordseeküste verlängert ist, was die langfristige Planung vorsieht, darf die Stromtrasse nicht mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien begründet werden.
Die SuedLink-Verbindung lehnt der BUND Baden-Württemberg nicht grundsätzlich ab.

Der BUND erkennt an, dass die Netzausbauplanung deutlich transparenter und mit mehr Öffentlichkeits-Beteiligung erfolgt. Jedoch sind die auf Grundlage von Prognosen der Netzbetreiber entwickelten Ausbauszenarien völlig überzogen. Deshalb braucht es einen Neustart der Planungen, die sich stärken am dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien orientiert.

Zusätzlicher Speicher benötigt

In Zukunft werden Photovoltaik und Windenergie die wichtigsten Energiequellen sein. Beide sind nicht konstant verfügbar und schwanken je nach Wetterbedingungen. Dies erfordert kurzfristige Ausgleichsmöglichkeiten und saisonale Speicherkonzepte, die auch längere Windflauten oder wolken- und nebelreiche Wetterlagen überbrücken können.

Eine besondere Herausforderung ist dabei die Entwicklung von Langzeitspeichermöglichkeiten. Eine gute Möglichkeit sind Power-to-X-Technologien: Diese Technologien wandeln überschüssigen Strom aus Erneuerbaren Energien in chemische Stoffe wie Wasserstoff und Methan. Die Stoffe werden in Gaskavernen gespeichert und können in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen zurück zu Strom gewandelt werden.

Option Pumpspeicher

In Baden-Württemberg werden derzeit acht Pumpspeicherkraftwerke betrieben. Mit einem Verlust von etwa 20 Prozent der ursprünglich eingesetzten Energie haben Pumpspeicher bislang den besten Wirkungsgrad. Nachteil ist die relativ geringe Kapazität - bei hohem Stromverbrauch sind selbst große Speicher nach wenigen Stunden leer. Der BUND erachtet Pumpspeicher als sinnvoll.

Derzeit gibt es verschiedene Planungen für weitere Pumpspeicherkraftwerke in Baden-Württemberg. In Forbach plant die EnBW an einer vorhandenen Talsperre zu einem Pumpspeicherkraftwerk umzubauen und möglicherweise um ein weiteres Speicherbecken zu erweitern.

Im Südschwarzwald läuft das Genehmigungsverfahren für das Pumpspeicherwerk Atdorf. Der BUND lehnt dieses Vorhaben der Schluchseewerke ab, da der Bau eine massive Naturzerstörung zur Folge hätte, die in keiner Relation zum energiewirtschaftlichen Nutzen steht.

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Ansprechpartner Umwelt und Energie

Franz Pöter

Umweltschutzreferent
E-Mail schreiben Tel.: (0711) 620306-16

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