Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren. 

OK
BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Nach dem Abschalten

Abschalten, abreißen, wegschaffen – das ist der Weg, den die Betreiber gerne gehen würden. Doch der Rückbau der Atomkraftwerke wird uns noch Jahre beschäftigen. Sicherheit und Strahlenschutz müssen dabei Priorität vor Schnelligkeit haben.

Ein verschwommenes AKW hinter Glas mit Regentropfen auf der Scheibe. Auch wenn Atomkrafterke bald Geschichte sind, weiß keiner so recht, wohin mit dem radioaktiven Müll.  (suze / photocase.de )

Grüne Wiese statt Atomkraftwerk? 

Das Atomgesetz sieht für Atomkraftwerke den sofortigen Rückbau oder den sicheren Einschluss vor. Um die radioaktiven Freisetzungen und Belastung für Arbeiter*innen und Bevölkerung möglichst gering zu halten, muss geprüft werden, welche dieser Alternativen die sicherste ist.

Zwischen- und Endlager für Brennelemente gesucht

Die EnBW hat beim Atomkraftwerk in Obrigheim mit dem Abriss begonnen. Auch für die Atomkraftwerke Neckarwestheim und Philippsburg hat sie den Rückbau beantragt. Für die jeweiligen Blöcke 1 hat das Umweltministerium den Rückbau bereits genehmigt. Der Abriss soll schnell beginnen und das Versprechen der Betreiber ist es, eine Grüne Wiese zu schaffen. Doch dabei wird ausgeblendet, dass die Zwischenlager für die Brennelemente noch Jahrzehnte bestehen. Ungeklärt ist auch, wo die EnBW den schwach- und mittelradioaktiven Atommüll dauerhaft lagern kann.

Der Rückbau ist kompliziert. Erst müssen die Brennelemente mindestens fünf Jahre abkühlen, bevor sie in Castoren verpackt in die Zwischenlager kommen. Der BUND fordert, dass die Brennelemente aus den Atomkraftwerken entfernt sein müssen, bevor mit dem Abriss begonnen wird. Die Genehmigungen des Umweltministeriums schreiben das jedoch nicht vor.

Rückbau und Freigabepraxis sind nicht sicher genug

Für jedes Atomkraftwerk fallen Tausende Tonnen Müll an. Ein Teil ist nicht radioaktiv und kann derzeit wie normaler Bauschutt behandelt werden. Die EnBW versucht, von den radioaktiven Materialien möglichst viel zu dekontaminieren, also die Radioaktivität abzukratzen. Die Bauteile werden erst zerkleinert und dann sandgestrahlt, abgeschliffen und gewaschen. Im Anschluss wird geprüft, ob die radioaktive Belastung beseitigt werden konnte. Wird der Grenzwert unterschritten, darf das Material für den Abtransport freigegeben werden. Diese Freigabepraxis, das sogenannte Freimessen widerspricht dem Minimierungsgebot des Strahlenschutzes. Danach ist die radioaktive Strahlung auf Mensch und Umwelt auch unterhalb der Grenzwerte so gering wie möglich zu halten.

Rund drei Prozent des Abrissmaterials bleiben stark radioaktiv und müssen in einem Atommülllager dauerhaft eingelagert werden. Die Suche nach geeigneten Atommülllagern ist ungeklärt.

Newsletter abonnieren!

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich zur Kenntnis genommen.

Ansprechpartner Umwelt und Energie

Fritz Mielert

Umweltschutzreferent
E-Mail schreiben Tel.: (0711) 620306-16

BUND-Bestellkorb