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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Atommüll: Strahlung für die Ewigkeit

Die radioaktiven Abfälle der Atomkraft sind eine gefährliche Hinterlassenschaft. Ungeklärt ist, ob und wo es ein Atommüll-Endlager für die tausenden Tonnen hochradioaktiven Müll geben wird.

Atomfass in der Wiese Wo der ganze hochradioaktove Atommüll gelagert werden soll, ist unklar. Foto: dhk / Fotolia.com  (dhk / Fotolia.com)

Standorte für Endlager offen

Trotz "Atomausstieg" in Deutschland wächst der hochradioaktive Müllberg jedes Jahr um rund 250 Tonnen. Hinzu kommen das Zigfache an schwach und mittelstark strahlenden Abfällen aus dem Rückbau von Atomkraftwerken. Die Suche nach guten Standorten für die Endlager ist offen. Für den BUND steht fest: Bei der Endlagersuche müssen klare wissenschaftliche Kriterien gelten und die Bürger*innen müssen sich beteiligen können.

Der Deutsche Bundestag wollte mit der Atommüllkommission die Suche für ein geeignetes Atommülllager voranbringen. Der BUND konnte dem Abschlussbericht nicht zustimmen, da es trotz guter Ansätze viele Kritikpunkte gab. 

Atommüll in Baden-Württemberg

Im Südwesten fällt Atommüll vor allem bei der Stromproduktion in den Atomkraftwerken an. Allein das AKW Neckarwestheim II produziert etwa 30.000 Kilogramm hochradioaktive Abfälle pro Jahr – und das planmäßig noch bis Ende 2022. Die Brennelemente werden nach einer mehrjährigen Abkühlphase in Castoren verladen und in die Standort-Zwischenlager gebracht. In Neckarwestheim und Philippsburg stehen jeweils rund 150 Castor-Stellplätze zur Verfügung.

Lagerung und Müll: Kein Atommüll-Shuttle auf dem Neckar

Am Standort des AKW Obrigheim gibt es bislang kein Zwischenlager, da die EnBW den Bauantrag nicht vorantreibt. Deshalb sollen 15 Castor-Behälter mit insgesamt 342 Brennelementen befüllt und auf dem Neckar ins Zwischenlager nach Neckarwestheim verschifft werden. Im Rahmen von zwei Transporten wurden 2017 sechs der Castoren nach Neckarwestheim gebracht.

Der BUND spricht sich gegen diese Transporte und die Atommüllverschiebung aus. Daher organisiert der BUND mit den örtlichen Bürgerinitiativen Widerstand gegen die Transporte.

Atommüll aus der Forschung

Weniger im Fokus der Öffentlichkeit steht der Müll, den die Atomforschung produziert. In Baden-Württemberg sind hier drei Institute aktiv: Das Institut für Transurane (ITU), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie die im Rückbau befindliche Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe (WAK). Auf dem KIT Campus Nord befinden sich zudem Zwischenlager beziehungsweise Sammelstellen für radioaktive Abfälle.

Woher der Atommüll des KIT Campus Nord stammt und an welchen Themen dort, trotz "Atomausstieg", geforscht wird, hat unser BUND-Ortsverband in Karlsruhe aufbereitet.

Atommüll an deutschen Grenzen

Die Schweiz erkundet im Grenzgebiet zu Baden-Württemberg mögliche Standorte für ein Atommülllager. Hier liegt im geologischen Untergrund eine etwas mehr als 100 Meter dünne Schicht aus Opalinuston. Expert*innen gehen davon aus, dass sich Opalinuston wegen seiner Eigenschaften prinzipiell für die Einlagerung hochradioaktiven Atommülls eignet. Die Auswahl des Lagerstandorts erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren, das im „Sachplan geologisches Tiefenlager“ festgelegt wurde. Momentan stehen drei Standorte in unmittelbarer Grenznähe zur Diskussion: Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost.

Direkt betroffen wären die Bewohner*innen in den Landkreisen Waldshut, Lörrach und Konstanz. Wenn versehentlich Radioaktivität in den Rhein gelangt, wäre die Trinkwasserversorgung von Millionen Menschen bedroht. Daher setzt sich der BUND für Transparenz und grenzüberschreitende Beteiligung ein, bei der die deutschen Bürger*innen dieselben Rechte haben wie die Schweizer*innen. Zudem fordert der BUND einen Staatsvertrag auf Bundesebene, in dem diese Beteiligungsrechte rechtsverbindlich geregelt sind.

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Ansprechpartner Umwelt und Energie

Fritz Mielert

Umweltschutzreferent
E-Mail schreiben Tel.: (0711) 620306-16

Endlagersuche Schweiz

Luftballon einer Anti-Atom-Demo  (Miklas Hahn / BUND BW)

Auch in der Schweiz gibt es noch kein Endlager für hochradioaktiven Atommüll. Als Standorte kristallisieren sich Flächen in unmittelbarer Grenznähe direkt am Rhein heraus. Für uns keine akzeptable Situation.

Stellungnahme (PDF)

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