BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Interne BUND-Veranstaltung zu Forstwirtschaft in FFH-Gebieten

Vortrag | Wildkatze, Wälder, Artenschutz (BW), BUNDintern, Biotopverbund (BW), Lebensräume, Naturschutz, Naturoasen schützen (BW), Naturschutzpolitik (BW)

Dr. Andrea Lehning, BUND-Referentin für Wildkatze und Wald weist auf diese Veranstaltung des BUND BW hin. 

Wann? Am Mittwoch, dem 7. Dezember 2022 von 19-21 Uhr, online (Zoom)

In Baden-Württemberg sind etwa zwei Drittel der etwas über 300 FFH-Gebiete bewaldet. Daher hängt der Erfolg von Natura-2000 im Land entscheidend an der gelungenen Umsetzung der FFH-Richtlinien im Wald. Innerhalb von FFH- und Vogelschutzgebieten sind die nötigen Erhaltungsmaßnahmen zur Bewahrung von Arten und Lebensräumen durchzuführen. Dabei gilt ein „Verschlechterungsverbot“: Es muss sichergestellt sein, dass es bei der Waldbewirtschaftung zu keiner Verschlechterung kommt. Für Pläne und Projekte bei der Waldbewirtschaftung besteht in Bezug auf ihre Verträglichkeit mit Erhaltungszielen eine Prüfpflicht (FFH-Verträglichkeitsprüfung). 

Den Waldbesitzenden kommt also eine zentrale Rolle zu, indem sie die für Ihren Waldbesitz relevanten Natura-2000-Erhaltungsziele aufgreifen und umsichtig in ihrer Betriebsführung berücksichtigen. Häufig kommt es jedoch vor, dass forstwirtschaftliche Maßnahmen heftige Eingriffe in Habitate darstellen und dass durch die Entnahme alter Bäume artenschutzrechtliche Probleme auftreten, z.B. Fledermauspopulationen oder geschützte Pflanzen verschwinden, im Dialog mit dem Forst finden sich nicht immer leichte Lösungen und Kompromisse für diese Probleme. 

Zusätzlich ist die Rechtslage komplex. Die Rechtexpertin Frau Dr. Heß, Rechtsanwältin im Umwelt-recht bei der Kanzlei Baumann aus Leipzig und stellvertretende Vorsitzende des BUND Landesverbandes Sachsen, spricht in ihrem Impulsvortrag insbesondere über ihre Erfahrungen mit dem FFH-Gebiet „Leipziger Auwald“, möchte dann zusammen mit der Landschaftsplanerin Laura Apel für Aktive und Ehrenamtliche des BUND die Rechtslage in Baden-Württemberg im Hinblick auf die folgenden Fragestellungen erklären und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen: 

  • Wie definiert sich der Begriff „nötige Erhaltungsmaßnahmen“ bei der Bewirtschaftung?
  • Inwieweit müssen Naturschutzverbände bei forstlichen Planungen und Projekten und in welchen Schritten des Verfahrens gehört werden? 
  • Ist es rechtens, dass alle Schritte von Planung über Kontrolle/Genehmigung bis zur Umsetzung bei den Forstbehörden liegen?
  • Müssen Forsteinrichtungspläne offengelegt werden?
  • Wenn bereits in der Vergangenheit Belange des Naturschutzes nicht berücksichtigt wurden, besteht dann eine bessere Voraussetzung für künftige Beteiligung?
  • Ab welcher Beschädigungsschwelle muss eine Vorprüfung erfolgen - bei allen forstlichen Eingriffen oder nur bei Maßnahmen, die über die ordnungsgemäße forstliche Praxis hinaus gehen? Was gilt für Maßnahmen, die rein ökonomisch motiviert sind?

Anschließend bleibt noch Zeit für die Aktiven in der Diskussion für ihre Fragen. 

Mehr Informationen

Anmeldeadresse für interessierte BUND-Mitglieder, bis 4. Dezember, unter anmeldung(at)bund.net 
 

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Termindetails

Startdatum:

07. Dezember 2022

Enddatum:

07. Dezember 2022

Uhrzeit:

19 - 21 Uhr

Ort:

online

Bundesland:

Baden-Württemberg

Veranstalter:

BUND BW

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