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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Weltkatzentag: Wilde Katzen brauchen Schutz

06. August 2018 | Aktiv im Naturschutz, Wildkatze, Biotopverbund, Naturschutzpolitik

Der BUND engagiert sich seit 2012 mit mehr als 400 ehrenamtlich Aktiven für die scheue Wilde in Baden-Württembergs Wäldern. Am 8. August ist Weltkatzentag.

Vor 100 Jahren war die Wildkatze beinahe ausgerottet. Dank dem Engagement des BUND ist die scheue Jägerin langsam wieder auf dem Vormarsch.  (Thomas Stephan / thomas-stephan.com )

Die Hauskatze ist das beliebteste Haustier der Deutschen. Bis zu 14 Millionen Tiere sollen in unseren Haushalten leben. Dagegen sieht die Situation ihrer wilden Brüder und Schwestern deutlich schlechter aus. Wilde Katzen gibt es nicht nur in Afrika oder Asien, sondern auch hierzulande: die Europäische Wildkatze, die stark gefährdet ist. Mit dem Projekt Rettungsnetz Wildkatze engagiert sich der BUND Baden-Württemberg für den Schutz der scheuen Jägerin in unseren Wäldern, die noch vor 100 Jahren als beinahe ausgerottet galt.

„Wildkatzen müssen dringend besser geschützt werden“, sagt BUND-Wildkatzen-Experte Axel Wieland. „Deutschland und Baden-Württemberg haben eine besondere Verantwortung für ihren Erhalt. Das Zentrum des europäischen Verbreitungsgebietes der Wildkatze liegt hier bei uns. Wenn wir ihr keine guten Bedingungen in Baden-Württemberg schaffen, wirkt sich das auch negativ auf die Wildkatzen in unseren Nachbarländern aus“, so Wieland.  

Wildkatze: Vor 100 Jahren beinahe ausgerottet

Vor 100 Jahren war die Wildkatze in Deutschland beinahe ausgerottet. Heute streift sie wieder auf Samtpfoten durch unsere Wälder. „Der BUND Baden-Württemberg und das Naturparkzentrum Stromberg-Heuchelberg konnten mit der Lockstockmethode nachweisen, dass sich die Wildkatzen inzwischen in den westlichen Tälern des Schwarzwaldes, im Odenwald, im  Naturpark Stromberg-Heuchelberg und nördlich des Schwäbisch-Fränkischen Wald ausbreiten.“

Lockstockmethode

Bei der Lockstockmethode sammeln BUND-Ehrenamtliche Haarproben der Wildkatzen. Dabei besprühen sie Baldrian als Lockstoff auf Holzstöcke, die sie im Wald aufstellen. Angelockt von Baldrian reiben sich die Wildkatzen an den aufgerauten Stöcken und hinterlassen mit ihren Haaren wertvolles genetisches Material. So kann anschließend im Labor ausgewertet werden, ob es sich um echte Wildkatzen handelt.  

Wildkatzenschutz beim BUND

Seit über 30 Jahren engagiert sich der BUND in verschiedenen Projekten für die Wildkatze. Der Verband schätzt die Wildkatzen-Population bundesweit auf 7.000 bis 10.000. Im äußersten Norden und gesamten Nordosten der Republik fehlt das „Wildtier des Jahres“ noch immer flächendeckend. Im stark zerklüfteten Automobilland Baden-Württemberg ist die Zahl der Wildkatzen in den letzten zehn Jahren von null auf immerhin einen niederen dreistelligen Bereich angewachsen.

Seit 2012: 400 Ehrenamtliche, 9.000 Büsche und Bäume, 3.000 Lockstöcke

Zu diesem Erfolg haben seit 2012 mehr als 400 ehrenamtliche BUND-Aktive beigetragen. Sie haben über 9.000 Büsche und Bäume gepflanzt und 3.000 Lockstöcke kontrolliert. „Die Zerschneidung und Verinselung der Lebensräume durch Straßen, Siedlungen und Agrarflächen ist das größte Problem für die Europäische Wildkatze“, so Wieland. „Die vom BUND gepflanzten Büsche und Bäume bilden nun wie auf einer Perlenkette aneinandergereiht einen grünen schützenden Korridor, der Wälder verbindet und damit Wildkatzen und anderen im Wald lebenden Tieren sichere Wanderwege verschafft.“

BUND-Wildtierkorridore in Baden-Württemberg

2014 hat der BUND Baden-Württemberg bei Herrenberg den ersten Wildtierkorridor in Baden-Württemberg eingeweiht. Im Frühjahr 2018 ist der Startschuss für die Errichtung des 2. Wildtierkorridors im Landkreis Ludwigsburg gefallen. Langfristig soll so ein Netzwerk verbundener Wälder entstehen, das auf einer Achse die Rheinebene mit dem Schwarzwald die Schwäbischen Alb verbinden soll; auf einer zweiten Achse den Nationalpark Nordschwarzwald mit dem Naturpark Stromberg-Heuchelberg bis hin zum Schwäbisch-Fränkischen Wald.

Weitere Informationen:

Kontakt für Rückfragen:

  • Axel Wieland, Wildkatzen-Experte beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg e.V., , 0711-620306-24, axel.wieland(at)bund.net

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