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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Verbreitungsnachweise Wildkatze: Frühlingsgefühle helfen bei der Suche

30. März 2017 | Wildkatze

Wenn in der Übergangszeit von Winter zum Frühjahr für die europäische Wildkatze die Paarungszeit beginnt, begibt sich der BUND auf die Suche nach neuen Nachweisen der seltenen Katze. „Wir hoffen, dass sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzt und sich die Wildkatze weiter ausbreitet.

Mit dem „Rettungsnetz Wildkatze“ engagiert sich der BUND seit über zehn Jahren für die Europäischen Wildkatze.  (Thomas Stephan)

BUND auf der Spur der scheuen Tiere im Schwarzwald

Stuttgart. Wenn in der Übergangszeit von Winter zum Frühjahr für die europäische Wildkatze die Ranz – also die Paarungszeit – beginnt, begibt sich BUND Baden-Württemberg auf die Suche nach neuen Nachweisen der seltenen Katze. „Wir hoffen, dass sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzt und sich die Wildkatze weiter ausbreitet. Um dies zu untersuchen, widmen wir uns dieses Jahr den bis dato ungeklärten weißen Flecken am Westrand des  Schwarzwaldes“, sagt Axel Wieland, Wildkatzen-Experte beim BUND Baden-Württemberg. „Als Lockstoff nutzen wir Baldrian. Sein Geruch zieht die Wildkatze magisch an, da sie ihrem Paarungsduft sehr ähnlich ist.“

Lockstoff Baldrian

Mit dem „Rettungsnetz Wildkatze“ engagiert sich der BUND seit über zehn Jahren für die Europäischen Wildkatze in Baden-Württemberg und ganz Deutschland. Um ihrer Verbreitung auf die Spur zu kommen, nutzen die Expert*innen, darunter viele ehrenamtliche Unterstützer*innen, die Lockstock-Methode. Lockstöcke sind mit einer Baldriantinktur eingesprühte Holzstöcke, deren Geruch die Katzen anlocken. Wenn sich die Tiere am Lockstock reiben, bleiben an der rauen Oberfläche Haare hängen, die gesammelt und im Labor dann untersucht werden.

„In dieser Saison hoffen wir insbesondere auf Nachweise der Wildkatze in der Region Lahr und südlich von Karlsruhe“, sagt Axel Wieland. „Autobahnen und Bundesstraßen sind eine unüberwindbare und oft tödliche Barriere für die Wildkatze und andere Wildtiere. Wir hoffen trotzdem, dass doch einzelne Tiere den Weg Richtung Schwarzwald gefunden haben. Langfristig kann ihnen nur der Ausbau der Wildtierkorridore und Grünbrücken den Weg in unsere Wälder sichern. Außerdem untersuchen wir dieses Jahr mögliche Zuwanderungsrouten aus Bayern bei Kisslegg.“

Größte Bedrohung: Zerschneidung der Landschaft durch Monokulturen, Straßen und Siedlungen

Die größte Bedrohung der Wildkatze ist die Zerschneidung und Verarmung ihres Lebensraums durch Monokulturen, Straßen und Siedlungen. „Damit sie und viele andere gefährdete Tiere eine echte Überlebenschance haben, braucht es dringend ein Netz an verbundenen Wäldern“, sagt Axel Wieland. „Deshalb fordert der BUND Baden-Württemberg eine ‚Grüne Infrastruktur‘ für Baden-Württemberg.“

Die Europäische Wildkatze ist eine einheimische Raubkatze. Sie lebt zurückgezogen in den wenigen verbliebenen naturnahen Wäldern und steht damit für die letzte Wildnis in Deutschland. Zu Beginn der 20. Jahrhunderts war sie fast ausgerottet, heute gibt es bundesweit 5.000 bis 7.000 Exemplare.

Weitere Informationen:

Kontakt für Rückfragen:

  • Axel Wieland, Wildkatzen-Experte beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, axel.wieland(at)bund.net, mobil: (0176) 82629925 

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