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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Valentinstag: Liebe in der Natur

11. Februar 2020 | Aktiv im Naturschutz (BW), Artenschutz (BW), BUND Baden-Württemberg (BW), Wildkatze, Schmetterlingsland (BW)

Wie lieben Biber, Wildkatze und Gottesanbeterin? – Der BUND Baden-Württemberg hat sich in der Liebeswelt der wilden Tiere umgesehen.

Herr und Frau Wolf gehören zu den wenigen monogamen. Ein Wolfspaar bleibt ein Leben lang zusammen.  (Cornelia Arens / klickfazination.de)

Die Monogamie – oder Einehe – ist im Tierreich eher eine Seltenheit. Zwar leben manche Tiere für eine Brutsaison zusammen, um ihre Jungen großzuziehen. Doch die allerwenigsten von ihnen sind monogam. Biber und Wolf gehören zu den wenigen Tierarten, die eine lebenslange Partnerschaft eingehen. Wildkatze und Wildschwein sind dagegen typische Einzelgänger. Andere Tiere wiederum legen eher eigenartige Verhaltensweisen beim Liebesakt an den Tag: Gottesanbeterinnen fressen beispielsweise gelegentlich ihre Männchen. Das Baum-Weißling-Weibchen erlebt direkt nach dem Schlüpfen ihr erstes Mal. Wir haben uns in der Liebes-Welt der wilden Tiere umgesehen.

Tiere mit gewissen Vorlieben

Bekannt ist die Europäische Gottesanbeterin vor allem, weil die Weibchen die Männchen während der Paarung verspeisen. Je hungriger sie sind, desto mehr Sexuallockstoffe senden sie aus und verführen so die Männchen. Dieses kannibalische Verhalten ist aber eher eine Ausnahme unter den Gottesanbeterinnen. Nur ein paar Tage nach der erfolgreichen Paarung legt die Gottesanbeterin schaumige Eipakete und klebt sie ab. Aus den Eiern schlüpfen erst im folgenden Frühjahr die jungen Gottesanbeterinnen – die Nymphen. Ausgewachsen sind die Weibchen mit 7,5 Zentimetern größer als die Männchen mit etwa 6 Zentimetern. Sie mögen es trocken und warm und leben vorzugsweise in Wiesen und Weinbergen.

Das Fortpflanzungsritual der Stockenten ist alles andere als romantisch. Die Männchen haben „Korkenzieher-Penisse“. Das heißt, die Penisse sind spindelförmig in ihrem Körper eingerollt. Die Erpel können die Penisse  schlagartig zur Paarung ausstülpen. Wenn die Weibchen keine Lust haben, verkrampfen sie ihre Vagina, ebenfalls korkenzieherförmig. Jedoch genau spiegelverkehrt zur Drehrichtung des Penis ihrer Bewunderer.

Das Baum-Weißling-Weibchen erlebt ihr erstes Mal direkt nach dem Schlüpfen. Das Männchen wartet da meistens schon auf das Weibchen. Zur Begattung berühren sich Falter jeweils mit dem Hinterleib und schauen dabei in die entgegengesetzte Richtung. Man findet sie in offenen Gegenden, das sind Landschaften, die weder besiedelt noch bewaldet sind. Also: Wiesen, Grünland oder Heiden. Als Nektarpflanzen bevorzugen sie rote oder violette Blüten wie zum Beispiel Disteln. Naturbeobachter*innen können sie in Hecken, an Waldrändern und im eigenen naturnahen Garten bewundern. Die Weibchen legen ihre Eier am Weißdorn oder an der Schlehe ab, dort schmeckt es später auch den Raupen besonders gut.

Die Einzelgänger

Auch die Europäische Wildkatze ist in diesen Tagen wieder schwer aktiv. Ihre Paarungszeit – die Ranz – findet zwischen Januar und März statt. Die Kuder gehen auf die Pirsch nach Weibchen und locken sie mit lang gezogenem Miauen. Um die richtige Partnerin zu finden, erweitern sie sogar ihre Streifgebiete. Sie paaren sich nur nachts. Nach ihrer Liebesnacht gehen sie sofort wieder getrennte Wege. Nach etwa zwei Monaten bekommt Mama Wildkatze zwischen April und Juni meist vier Kätzchen. Die Wildkätzchen werden von der Mutter in Holzpoltern, Baumhöhlen oder an anderen geeigneten Stellen im Wald vor Feinden versteckt und groß gezogen.

Falls Sie mal ein Wildkätzchen im Wald entdecken....

Wildkatzen sind keine Hauskatzen! Auch, wenn die getigerten Wildkätzchen leicht mit entlaufenen Hauskatzen verwechselt werden können. Erst wenn sie älter werden, verblasst die Fellzeichnung und sie sind durch ihren kräftigen Körperbau und den buschigen Schwanz mit stumpfer, schwarzer Schwanzspitze als Wildkatze erkennbar. Spaziergänger können ganz beruhigt davon ausgehen, dass die Mutter gerade auf Jagd und bald wieder zurück sein wird. Hier ist Rückzug angesagt, ohne die Wildkätzchen zu stören! Wildkätzchen dürfen auf keinen Fall angefasst oder mitgenommen werden.

Die Paarungszeit der Wildschweine wird auch Rauschzeit genannt. Die Männchen haben am Rumpf unter ihrem Fell dickere Haut - das sogenannte Schild – das sie bei Kämpfen in der Paarungszeit vor schweren Verletzungen schützt. Bachen (Weibchen) und Keiler (Männchen) sind zwar das ganze Jahr über paarungsbereit, doch erst im November werden ihre kleinen Frischlinge gezeugt. Der Keiler imponiert den Damen mit schaumigem betörend duftendem Speichel. Er markiert das Revier zusätzlich mit Urin. Wildschwein-Urin wirkt für die Bachen sehr stimulierend. Wildschweine meiden Menschen. Sie sind daher nicht gefährlich. Doch in der Rauschzeit können sie etwas aggressiver sein als sonst.

Die Monogamen

Biber bleiben oft ein ganzes Leben zusammen. Sie suchen sich nur dann einen neuen Partner, wenn der vorherige gestorben ist. Die Paarungszeit der Biber startet im Januar. Herr und Frau Biber paaren sich schwimmend in seichtem Wasser statt. Nach etwa 106 Tagen kommen ein bis vier Junge zur Welt, die dann mit ihren Eltern als Familie im Biberbau zusammenleben. Ab der vierten Lebenswoche verlassen die Jungen den Biberbau zum ersten Mal und beginnen mit den ersten Tauchübungen. Sie erkunden gemeinsam mit ihren Eltern die Welt.

Auch das Wolfspaar bleibt ein Leben lang zusammen. Die Paarungszeit der Wölfe dauert von Ende Januar bis in den März. Die Weibchen sondern einen intensiven Lockduft ab. Der Rüde hält sich dann mehrere Tage und Nächte in ihrer Nähe auf. Für die Paarung ziehen sie sich vom Rest des Rudels zurück. Nach einer Tragzeit von zwei Monaten werden vier bis sechs Junge geboren. Mit fast zwei Jahren sind die Jungwölfe selbst geschlechtsreif. Dann verlassen sie ihr Elternrudel und suchen einen eigenen Partner und ein eigenes Territorium. Vor allem die jungen Rüden laufen oft mehrere hundert Kilometer auf der Suche nach ihrer „großen Liebe“.

Kontakt für Rückfragen:

  • Lilith Stelzner, Naturschutzreferentin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg e.V., lilith.stezlner(at)bund.net, 0711 620306-1
  • Angela Koch, Referentin für Öffentlichkeits- und Pressearbeit beim BUND Baden-Württemberg, angela.koch(at)bund.net, 0176 240 43 107

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