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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Tag der Katze: Wildkatze bringt Wildnis in die Wälder

02. August 2016 | Wildkatze

Vielen ist sie noch unbekannt, doch die Europäische Wildkatze kommt langsam in unsere Wälder zurück. Der BUND hat hier den ersten Wildkatzenkorridor eingeweiht.

Anmutig und vorsichtig schleicht sie durch die Wälder Baden-Württembergs und ist für viele noch immer unbekannt: Die Europäische Wildkatze. Als echte Ureinwohnerin ist sie schon seit über 100.000 Jahren in Europa zu Hause. Doch ihre Bestände wurden weit zurückgedrängt. Heute lebt sie noch in einigen naturnahen Laub- und Mischwäldern in der Mitte und im Süden Deutschlands. Der BUND hat im Juni den ersten Wildkatzenkorridor Baden-Württembergs bei Herrenberg und Nufringen eingeweiht.

„Die Wildkatze steht wie kaum ein anderes Tier für die letzte Wildnis in Deutschland. So scheu und zurückgezogen wie sie lebt, bekommen selbst Jäger und Förster sie nur äußerst selten zu Gesicht,“ so Axel Wieland, Wildkatzenexperte des BUND in Baden-Württemberg. Das wichtigste Erkennungsmerkmal der Wildkatze ist ihr verwaschenes, grau-braunes Fell und der buschige Schwanz mit zwei bis drei schwarzen Ringen und stumpfem Ende. Tagsüber ruht sie in ihren Verstecken, nachts wird sie zum flinken Räuber. Sie lebt vor allem von Mäusen und streift dabei durch ihr bis zu 30 Quadratkilometer großes Revier.

Wildkatze wieder auf dem Vormarsch

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Wildkatze fast ausgestorben, noch immer steht sie auf der Roten Liste. Ihr Bestand wird auf etwa 5.000 bis 7.000 Tiere geschätzt. Straßen und wachsende Siedlungen und Ackerflächen beschneiden ihren Lebensraum und sind deswegen heute ihre größten Gefahren. In den letzten Jahren zeigte sich aber auch eine erfreuliche Entwicklung. „Der BUND konnte in einer deutschlandweiten Wildkatzeninventur neue Bestände in Baden-Württemberg nachweisen, wie etwa in der Rheinebene und im Odenwald,“ so Wieland.

„Die Wildkatze ist ein guter Indikator für den Zustand der Wälder und Waldsäume. Dort, wo sie zu Hause ist, sind die Wälder in einem guten Zustand.“ Doch noch immer sind viele geeignete Lebensräume im Südwesten von der Wildkatze noch nicht wieder erobert. Es fehlen die Verbindungen, die grünen Korridore, über die die Wildkatze und viele andere Tiere des Waldes diese Wälder erreichen. Das langfristige Ziel des BUND „Rettungsnetzes für die Wildkatze“ ist deshalb ein Netz aus Wäldern von 20.000 Kilometer Länge über ganz Deutschland.

Erster Wildkatzenkorridor in Baden-Württemberg

Im Juni hat der BUND Baden-Württemberg den ersten Wildkatzenkorridor Baden-Württembergs bei Herrenberg und Nufringen eingeweiht. Der Korridor ist drei Kilometer lang und verbindet den Lebensraum von Wildkatzen und anderen wandernden Wildtieren. Langfristig sollen diese vom Schwarzwald in den Schönbuch bis auf die Schwäbische Alb wandern können.

Weitere Informationen:

Kontakt für Rückfragen:

  • Axel Wieland, Projektkoordinator „Rettungsnetz Wildkatze“ beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg e. V. , Tel.: (0711) 620306-24, E-Mail: axel.wieland(at)bund.net

  • Angela Koch, Referentin für Öffentlichkeits- und Pressearbeit, Tel.: (0711) 620306-17, E-Mail: angela.koch(at)bund.net

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