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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Naturschutztage 2019: BUND und NABU ziehen Erfolgsbilanz

06. Januar 2019 | Aktiv im Naturschutz (BW), Flüsse und Gewässer (BW), Naturschutzpolitik (BW), Landwirtschaft

1.100 Gästen besuchen rund 50 Veranstaltungen.

1.100 Naturschützer*innen haben die 43. Naturschutztage mit ihren über 50 Vorträgen, Workshops und Exkursionen besucht.  (Lara Mignat / NABU BW)

Naturschutzinteressierte nutzten das Dreikönigswochenende vom 3. bis 6. Januar, um sich zu informieren, zu vernetzen und vier Tage lang neue Kraft und Motivation für ein aktives Naturschutzjahr 2019 zu schöpfen. Das größte Fortbildungs- und Vernetzungstreffen für Natur- und Umweltschutz im deutschsprachigen Raum ist heute (6. Januar 2019) nach vier Tagen mit einer Erfolgsbilanz zu Ende gegangen.

„Wir sind begeistert, wie interessiert, offen und rege der Austausch in den fast 50 Vorträgen, Workshops und Exkursionen dieses Jahr war“, sagen die beiden Landesvorsitzenden von BUND und NABU, Brigitte Dahlbender und Johannes Enssle, zum Tagungsabschluss. 

Im Rahmen der Tagung demonstrierten am Samstag mehr als 700 Menschen gemeinsam für den Erhalt der EU-Wasserrahmenrichtlinie, dem Herzstück des Gewässerschutzes in Europa. Außerdem setzten die beiden Verbände ein klares Zeichen für die im Mai anstehenden Kommunal- und Europawahlen: „Die Europawahl ist richtungsweisend für den Umwelt- und Naturschutz, auch bei uns in Deutschland. Denn mehr als 80 Prozent aller Umweltgesetze haben ihren Ursprung in gemeinsam gefassten Beschlüssen der EU-Mitgliedstaaten in Brüssel. Große Aufgaben wie der Einsatz gegen Klimawandel oder Rückgang der Artenvielfalt und die dringend notwendige Reform der europäischen Agrarpolitik können wir nur mit einem starken, vereinten Europa bewältigen“, betonen die Landesvorsitzenden.

Ein Highlight war der Vortrag von Ulrich Veith, Bürgermeister der pestizidfreien Kommune Mals aus Südtirol, der am Samstag mit Standing Ovations verabschiedet wurde. Er konnte 75 Prozent der rund 5.000 Einwohnerinnen und Einwohner seiner Gemeinde in einer Volksabstimmung für eine gesunde, pestizidfreie Kommune begeistern. Mit Blick auf die Kommunalwahlen in Baden-Württemberg sagen Dahlbender und Enssle: „Was Mals in Südtirol bewegt hat, macht uns Mut! Wir wünschen uns noch mehr entschlossene Kommunalpolitikerinnen und -politiker wie Ulrich Veith, auch bei uns in Baden-Württemberg.“ Beide appellieren an ihre Mitglieder, sich bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2019 aktiv mit Umweltthemen einzubringen: „Unsere Demokratie lebt davon, dass sich Bürgerinnen und Bürger aktiv engagieren. Wir brauchen Menschen, die sich gemeinsam mit uns für den Umwelt- und Naturschutz im Südwesten stark machen.“

NABU und BUND in Baden-Württemberg stehen für mehr als 180.000 Naturschützerinnen und Naturschützer. „Vor dem Hintergrund des Insektensterbens und der verfehlten Agrarpolitik fordern wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern und den rund 1.100 Besucherinnen und Besuchern der 43. Naturschutztage: Pestizide runter vom Acker, Blühpflanzen rauf auf die Äcker! Insekten brauchen Nektar zum Überleben. Und das Geld muss ankommen, wo es gebraucht wird: Bei Landwirtinnen und Landwirten, die sich für den Artenschutz einsetzen.“

Über die Naturschutztage 

Naturschützerinnen und Naturschützer treffen sich seit den 1970er Jahren zum Austausch und zur Weiterbildung bei den Naturschutztagen am Bodensee. Was damals in einer Turnhalle begann, gilt heute als größtes Treffen ehren- und hauptamtlicher Naturschützerinnen und Naturschützer im deutschsprachigen Raum. Jedes Jahr kommen rund 1.000 Besucherinnen und Besucher zu den Naturschutztagen. Aus der Taufe gehoben wurde die Veranstaltung durch BUND-Mitbegründer Gerhard Thielcke. Unter dem langjährigen NABU-Vorsitzenden Siegfried Schuster kam der NABU Baden-Württemberg 1987 als Mitveranstalter hinzu.

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