BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Jahrespressekonferenz: „Die Menschen in Baden-Württemberg wollen mehr Natur- und Umweltschutz“

30. Juli 2020 | Aktiv im Naturschutz (BW), Artenschutz (BW), BUND Baden-Württemberg (BW), Energiewende, Flüsse und Gewässer (BW), Klimaschutz (BW), Klimawandel, Landwirtschaft, Lebensräume, Massentierhaltung, Naturoasen schützen (BW), Naturschutzpolitik (BW), Naturschutz, Umweltpolitik (BW), Volksbegehren Artenschutz - "Rettet die Bienen"

Der BUND nimmt die wichtigsten Themen im Umwelt- und Naturschutz in den Blick.

Immer mehr Menschen interessieren sich für Natur- und Umweltschutz.  (Steffen Klink)

Die Umsetzung des Biodiversitätsstärkungsgesetzes, die Entwicklung der Tierhaltung und Fleischindustrie in Baden-Württemberg und notwendige Maßnahmen für einen ausreichenden Schutz des Klimas – große Herausforderungen warten auf die Natur- und Umweltschützer*innen des BUND Baden-Württemberg in den nächsten Monaten.

Wie wichtig das Fachwissen und das Engagement von Natur- und Umweltschützerinnen und –schützern ist, hat sich auch in den vergangenen Monaten gezeigt. Ob Volksbegehren Artenschutz, Klagen oder die konstruktive Begleitung der Endlagersuche für Atommüll –der BUND Baden-Württemberg setzte und setzt sich im Jahr 2019 und 2020 unermüdlich für die Natur und Umwelt ein.

Bei einer Pressekonferenz zum Beginn der Sommerferien blickte der Verband auf das vergangene Jahr zurück und stellte wichtige Fragestellungen und Projekte der nächsten Monate vor.

BUND Baden-Württemberg: Zahl der Unterstützer*innen steigt

Dazu Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesgeschäftsführerin des BUND Baden-Württemberg: „Wir freuen uns sehr, dass das Interesse für Umwelt- und Naturschutz in der Bevölkerung so stark zunimmt. Ende 2019 unterstützten uns rund 95.000 Menschen. Damit steigt die Zahl der Unterstützerinnen und Unterstützer des BUND Baden-Württemberg stetig. Das sehen wir als Bestätigung, uns weiter als Anwalt für Natur und Umwelt einzusetzen. Gleichzeitig ist es auch ein Auftrag an die Politik: Die Menschen in Baden-Württemberg wollen mehr Natur- und Umweltschutz.“

Biodiversitätsstärkungsgesetz: Naturschutz einfordern

Ein Schritt für mehr Naturschutz ist das Biodiversitätsstärkungsgesetz, das in den nächsten Tagen in Kraft treten soll. Lilith Stelzner, Naturschutzreferentin beim BUND Baden-Württemberg, skizziert die Chancen, die sich dadurch bieten: „Aus vorher wenig greifbaren Gesetzen wurden durch klare Zielvorgaben nun konkrete Ge- und Verbote. Wir Naturschützerinnen und –schützer werden die festgelegten Ziele mit der Realität abgleichen und bei Mängeln beanstanden. Darüber hinaus werden wir als BUND BW regelmäßig den Umsetzungsstand bei den Ministerien erfragen, Aufforderungen an Landtagsabgeordnete richten und unsere Untergliederungen und Mitglieder um Mithilfe bei der Kontrolle auf kommunaler Ebene bitten.“

Fleischindustrie: Entwicklung in die falsche Richtung

Um das Wohl der Tiere wird es auch im Bereich Landwirtschaft in den nächsten Monaten gehen. Der Agrarreferent Gottfried May-Stürmer beschreibt die Situation: „Megaställe gibt es nicht nur in Norddeutschland. Auch in Baden-Württemberg werden Ställe für 1500 Kühe oder 8000 Schweine geplant. Solche Konzentrationen bringen nicht nur Leid für die Tiere, sondern sind auch fatal fürs Grundwasser. Ein weiteres Problem ist, dass viele kleinere, regionale Schlachtbetriebe in den letzten Jahren geschlossen wurden. Wenn unsere Landespolitik die dezentralen Verarbeitungsstrukturen nicht fördert, sind auch hierzulande Bauern bald gezwungen, in Fleischfabriken wie Tönnies schlachten zu lassen.“

Klimawandel: Landesregierung orientiert sich am falschen Ziel

Die Folgen der Erderhitzung treten auch schon in Baden-Württemberg mehr als deutlich zutage. Der Umweltreferent Fritz Mielert kritisiert die beiden Klimaschutz-Pakete, die das Land gerade überarbeitet: „Weder Klimaschutzgesetz noch IEKK werden den Herausforderungen gerecht. Wahrscheinlich reichen sie noch nicht einmal zur Begrenzung der Erderhitzung auf zwei Grad. Beide Pakete müssen in der nächsten Legislaturperiode wieder aufgeschnürt werden. Dann müssen Paris-kompatible Ziele her – inklusive eines CO2-Budgets. Dann müssen in allen Bereichen, in denen das Land dies darf, Maßnahmen gesetzlich festgeschrieben werden. Dazu zählen auch regionalen Ziele für den naturverträglichen Ausbau der Erneuerbaren Energien in der Landesentwicklungsplanung.“

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