Der BUND Baden-Württemberg appelliert: Theoretische Überlegungen zum Schutzstatus des Wolfes bringen keinen praktischen Nutzen für Weidetierhalter*innen und Artenschutz

08. März 2023 | Artenschutz (BW), BUND Baden-Württemberg (BW), Naturschutzpolitik (BW), Naturschutz

Pressemitteilung vorab der Plenarsitzung des Landtags von Baden-Württemberg, am Mittwoch, den 8. März 2023, TOP 8 zum Wolf

Stuttgart. „Vor weniger als einem Jahr hat im Mai 2022 das baden-württembergische Umweltministerium den Managementplan Wolf vorgelegt. In ihm ist detailliert und praktisch das Vorgehen dargelegt, wie Konflikte mit dem Wolf vermieden werden können und wie mit nicht zu vermeidenden Konflikten umzugehen ist“, erinnert der Landesgeschäftsführer des BUND Baden-Württemberg, Martin Bachhofer. „Die Diskussion ist graue Theorie und lässt sowohl rechtliche Grundlage wie auch ökologische Aspekte schlicht außen vor. Wir appellieren an die politisch verantwortlichen Parteien, praktisch dafür zu sorgen, dass insgesamt die Bedingungen für die Weidetierhaltung verbessert werden und die Instrumente des Managementplanes Wolf mit Personal und Geld möglichst schnell wirksam werden.“

Der BUND Baden-Württemberg erinnert daran:  Der Wolf ist ein auf drei Ebenen – nach internationalem, EU- und deutschem Recht – streng geschütztes Wildtier, das in eine intakte Natur- und Kulturlandschaft gehört. In Zeiten eines dramatischen Artensterbens, weltweit wie auch in Baden-Württemberg, ist die Rückkehr einer vom Menschen ausgerotteten Art ein Schritt entgegen dieser Entwicklung. Zudem nimmt der Wolf eine äußerst wichtige Funktion im Nahrungsnetz unserer heimischen Ökosysteme ein. Er hat einen großen Einfluss auf die dort ablaufenden Prozesse: Er beeinflusst nicht nur Beutepopulationen in Verhalten und Zusammensetzung, sondern nährt mit Rissresten, Kot und Kadavern aasfressende Tiere, insbesondere auch Insektenpopulationen.

Den Schutz des Wolfes in Baden-Württemberg beeinträchtigen zu wollen, zeugt von einer geballten Ladung Unwissenheit über die ökologischen Zusammenhänge in unserer Natur.

„Den Schutz der Weidetiere über den Schutz des Wolfes zu stellen – oder andersherum – ist kontraproduktiv. Ziel muss eine konfliktarme Koexistenz sein, die durch Herdenschutzmaßnahmen erreicht werden kann, wie der Blick in andere Länder beweist“, schließt Bachhofer.

 

Weitere Infos:

https://www.bund-bawue.de/tiere-pflanzen/artenschutz/heimische-arten-entdecken/wolf/

Kontakt für Rückfragen:

Hartmut Weinrebe, hartmut.weinrebe(at)bund.net, 0721 62579579

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