BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Biodiversitätskrise: „Wir stehen vor dem Kollaps“

21. Mai 2021 | Aktiv im Naturschutz (BW), Artenschutz (BW), Biotopverbund (BW), Flächenschutz (BW), Flächenverbrauch (BW), Flüsse und Gewässer (BW), Landwirtschaft, Naturschutzpolitik (BW), Streuobst (BW), Suffizienz, Wälder, Wildkatze

Zum Tag der Biologischen Vielfalt (22.5.2021) fordert der BUND die Regierungen aller politischen Ebenen auf, der Klima- und Biodiversitätskrise oberste Priorität einzuräumen.

Intakte Ökosysteme sind für das Überleben des Menschen essentiell: Moore wie das Schwenninger Moos speichern wie Wälder Kohlenstoff.  (Claudia Hass)

„In den kommenden Jahrzehnten könnten eine Million Tier- und Pflanzenarten von der Erde verschwinden. Auch in Baden-Württemberg bedroht der rasante Verlust der biologischen Vielfalt unsere Lebensgrundlagen. Wir stehen vor dem Kollaps“, sagt BUND-Landesvorsitzende Sylvia Pilarsky-Grosch. Zum Internationalen Tags der biologischen Vielfalt am Samstag (22.5.) fordert der BUND Baden-Württemberg die Regierungen zu konsequentem Natur- und Artenschutz weltweit und hierzulande auf.

Klima- und Biodiversitätskrisen: drängendste Herausforderungen unserer Zeit

Die Biodiversitätskrise bedroht die Menschheit mindestens so sehr wie die Klimakrise. „Die Art und Weise, wie wir wirtschaften, konsumieren und leben, bedroht das Gleichgewicht der Ökosysteme. Bei der Klimakrise beginnen Politik und Menschheit langsam zu realisieren, dass es einen Wandel braucht. Doch die neue Landesregierung muss genauso entschieden gegen den drohenden ökologischen Zusammenbruch vorgehen. Wir brauchen echte Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit. Echter Wohlstand kann und darf nicht länger als ständiges Wirtschaftswachstum missverstanden werden.“

Natürliche Lebensräume erfüllen überlebenswichtige Aufgaben

Baden-Württemberg baut weiter ungebremst Straßen und Häuser; die Industrie produziert immer mehr Güter für den Weltmarkt. „Streuobstwiesen mit altem Baumbestand und extensiv genutzte Wiesen müssen für Asphalt und Beton weichen“, so Dominic Hahn, Naturschutzreferent beim BUND Baden-Württemberg. „Alle Investitionen in den Artenschutz sind vergebens, wenn wir den Flächenverbrauch und damit den Verlust der Lebensräume nicht zügig stoppen. Natürliche Lebensräume erfüllen überlebenswichtige Aufgaben: Moore und Wälder als Kohlenstoffsenken, Auen als Hochwasser-Barrieren, magere Wiesen und Streuobst-Bestände als Hotspots für Nützlinge und Bestäuber. Diese Funktionen können sie nicht mehr erfüllen, wenn sie überbaut werden.“

Forderungen an die Landesregierung

Der BUND Baden-Württemberg fordert von der Landesregierung den Naturschutz zukünftig in allen Entscheidungen konsequent zu berücksichtigen und voranzubringen:

  •  Die Landesregierung muss das Ziel der „Netto-Null“ im Flächenverbrauch verbindlich erreichen. Das heißt, dass neu verbrauchte Flächen an anderer Stelle für die Natur zurückgewonnen werden.
  • Die anstehende Landesentwicklungsplanung wird für den Naturschutz eine ebenso große Bedeutung haben wie die konsequente Umsetzung des Biodiversitätsstärkungsgesetzes.
  • Damit seine Erfolge und die Investitionen der letzten Jahre nicht wieder verpuffen, ist die uneingeschränkte Fortführung des Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt essenziell.
  • Die biologische Vielfalt darf nicht allein in Schutzgebieten gewahrt werden, das Artensterben muss auch in unseren Kulturlandschaften, auf Streuobstwiesen, Äckern und Wiesen gestoppt werden. Nach der Studie „Kulturlandschaft 2030“ vom BUND, NABU und 13 weiterem Verbänden sind hierfür 370 Millionen Euro notwendig.

Mehr Informationen:


Kontakt für Rückfragen:

  • Sylvia Pilarsky-Grosch Landesvorsitzende Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg e. V., sylvia.pilarsky-grosch(at)bund.net, 0172 83 44 294
  • Dominic Hahn, Referent für Naturschutz, BUND Baden-Württemberg, dominic.hahn(at)bund.net; 0711 620306-14

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