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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Petition an den Bayerischen Landtag: Sofort beide Atomreaktoren in Gundremmingen abschalten

12. Juli 2017 | Atomkraft, Klimaschutz, Klima und Energie

Noch immer sind in Gundremmingen die letzten beiden Siedewasser-Reaktoren Deutschlands vom „Typ Fukushima“ in Betrieb. Diese weisen konstruktionsbedingt besondere Risiken auf. Gravierende Defizite insbe-sondere im Notkühlsystem der beiden Gundremminger Reaktoren stellt ein aktuelles Gutachten des renommierten Sachverständigen für Reak-torsicherheit Prof. Manfred Mertins fest.

Radioaktivität kennt keine Ländergrenzen. Viele Menschen fühlen sich durch alte, störanfällige Reaktoren wie in Gundremmingen bedroht.  (Franz Pöter / BUND BW)

Aktuelle Gutachten zeigen, dass keiner der beiden Reaktoren des Atomkraftwerks Gundremmingen über drei vollwertige Not- und Nachkühlsysteme verfügt. Um ein sofortiges Abschalten der beiden Atomreaktoren Gundremmingen Block B und Block C zu erreichen, richten der BUND Naturschutz in Bayern, der BUND Baden-Württemberg und das FORUM, Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik, e.V. eine Petition an den Bayerischen Landtag und rufen die Bevölkerung zur Unterzeichnung auf.

Noch immer sind in Gundremmingen die letzten beiden Siedewasser-Reaktoren Deutschlands vom „Typ Fukushima“ in Betrieb. Diese weisen konstruktionsbedingt besondere Risiken auf. Gravierende Defizite insbesondere im Notkühlsystem der beiden Gundremminger Reaktoren stellt ein aktuelles Gutachten des renommierten Sachverständigen für Reaktorsicherheit Prof. Manfred Mertins fest. „In Gundremmingen verfügt keiner der beiden Reaktoren über drei vollwertige Not- und Nachkühlsysteme, die bei einem Störfall unabhängig voneinander jederzeit zuver-lässig zur Verfügung stehen müssen. Da die Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten werden, fordern wir die sofortige Abschaltung beider Atomreaktoren“, fordert Raimund Kamm, Vorsitzender des FORUMs, Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik, e.V..Das Mertins-Gutachten wurde in einem Peer-Review von Lothar Hahn bestätigt. Auch Prof. Wolfgang Renneberg hatte 2012 in einer Sicherheits-Studie auf das hier genannte und weitere Risiken des AKW Gundremmingen hingewiesen. Skandalös ist, dass die beiden Gundremminger Atomkraftwerksblöcke B und C zu unterschiedlichen Zeiten vom Netz genommen werden, obwohl nur eine gemeinsame Genehmigung existiert. „Es gibt aus unserer Sicht keine Legitimation dafür, dass Block C erst 2021 und damit deutlich später als Block B abgeschaltet werden soll. Beide Blöcke, B und C, müssen gemeinsam sofort abgeschaltet werden“, so Dr. Herbert Barthel, Referent für Energie und Klimaschutz des BUND Naturschutz in Bayern, e.V.

„Radioaktivität kennt keine Ländergrenzen. Viele Menschen auch außerhalb Bayerns fühlen sich durch die beiden alten, störanfälligen Reak-toren in Gundremmingen bedroht. Deshalb sammeln wir auch grenzübergreifend Unterschriften für die Petition“, erläutert Franz Pöter, Referent für Umweltschutz des BUND Baden-Württemberg.

Leider will keine der politischen Parteien im Deutschen Bundestag das Atomgesetz von 2011 ändern, um die deutschen Atomkraftwerke früher abzuschalten. Wegen des Mertens-Gutachtens besteht für Gundremmingen jedoch ein neuer Sachverhalt. Deshalb wendet sich das Bündnis aus BUND Naturschutz Bayern, BUND Baden-Württemberg und FORUM mit der Petition an den bayerischen Landtag mit der Bitte, das Gutach-ten und die Sorgen der Bevölkerung ernst zu nehmen und die Forderung an das bayerische Umweltministerium, als zuständige Aufsichtsbehörde, zu richten, den Weiterbetrieb der Blöcke B und C des AKW Gundrem-mingen wegen grundlegender Sicherheitsmängel des Not-Kühlsystems zu untersagen.

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