BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Solaroffensive statt Schneckentempo

Der Ausbau der Solarenergie ist dringend notwendig für den Klimaschutz, doch auch in Baden-Württemberg geht er nur im Schneckentempo voran. Gemeinsam mit dem Umweltinstitut haben wir Unterschriften gesammelt, um den Ministerpräsident Kretschmann und die Vorsitzenden der sondierenden Parteien aufzufordern, sich für einen wirkungsvollen Solarausbau einzusetzen.

Vielen Dank an alle, die unseren Appell unterzeichnet haben! Die knapp 3000 Unterschriften haben wir Ende März an den Landesvorsitzenden der CDU Baden-Württemberg, Thomas Strobl, übergeben. Natürlich werden wir die Koalitionsverhandlungen ganz genau beobachten und prüfen, ob der Ausbau der Erneuerbaren Energien angegangen wird. 

 

BaWü: Solaroffensive statt Schneckentempo!

Baden-Württemberg ist eins der sonnenreichsten Bundesländer Deutschlands. Doch was den Solarausbau angeht, ist auch Baden-Württemberg weit von den nötigen Zielmarken entfernt. Wir fordern Winfried Kretschmann und die Parteivorsitzenden auf, die folgenden wesentlichen Maßnahmen in den Koalitionsvertrag aufzunehmen und schnellstmöglich umzusetzen:

  • Ausbau der Solarenergie mehr als verdreifachen: bis 2030 müssen in Baden-Württemberg mindestens 25 TWh Solarstrom pro Jahr erzeugt werden. Damit das gelingt, muss die neue Regierung regionale Ausbauziele auch im Landesentwicklungsplan festschreiben.
  • Solarpflicht ausweiten auf Wohngebäude und bei Dachsanierungen: Solarenergie muss auf allen geeigneten Gebäuden zum Standard werden!
  • Vorbildlich vorangehen: Alle geeigneten landeseigenen Dächer müssen bis 2026 mit Solaranlagen bestückt werden!

In Anbetracht der Dringlichkeit der Klimakrise können wir es uns nicht leisten, beim Solarausbau weitere Jahre zu verschwenden. Ministerpräsident Kretschmann und die Parteivorsitzenden müssen jetzt handeln! Die Koalitionsverhandlungen sind die Gelegenheit dafür, den Solarausbau ganz oben auf die Agenda für die nächsten fünf Jahre zu setzen.

Grafik: Umweltinstitut München e.V.

 

 

Hintergrund

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Warum muss die neue Landesregierung den Solarausbau beschleunigen?

Die Solaranlage auf dem Dach ist der Inbegriff der dezentralen, demokratischen Energiewende, die von den Menschen statt von profitorientierten Konzernen gestaltet wird. Bürgerinnen und Bürger haben in den letzten 20 Jahren seit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes Millionen von Anlagen installiert. Das schafft sinnstiftende, zukunftsfähige Arbeitsplätze, lokale Einnahmen und eine krisensichere Energieversorgung.

Trotz dieser Erfolge liegt das enorme Potenzial für die klimafreundliche Energienutzung auf unseren Dächern immer noch weitgehend brach. Deshalb brauchen wir eine Solaroffensive.

Da die Bundesregierung  derzeit keine ausreichenden Maßnahmen vorlegt, die den Solarausbau ankurbeln und uns auf Paris-Kurs bringen könnten, muss Baden-Württemberg vorangehen.

Im Südwesten werden derzeit gerade einmal 5,2 Terawattstunden (TWh) Solarstrom jährlich erzeugt, das sind unter 2 Prozent des Endenergieverbrauchs (Stand 2018) in Baden-Württemberg. Um die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen, müsste sich die Erzeugung von Solarenergie in Baden-Württemberg bis 2030 auf 25 TWh pro Jahr mehr als verdreifachen. Und das unter der Annahme, dass bis dahin massiv Energie gespart wird. Sonst wäre ein noch stärkerer Ausbau von Nöten.

Diesen Ausbau schaffen wir nur, wenn die neue Landesregierung entsprechende Vorgaben macht!

Welche Vorgaben sind nötig?

Regionale Ausbauziele bilden den Kern. Die Regionen brauchen Vorgaben, wie viel erneuerbaren Strom sie zukünftig produzieren müssen. Auf Grundlage dieser Vorgaben wird vor Ort ermittelt, wie groß der Flächenbedarf ist und es werden Flächen in den entsprechenden Plänen ausgewiesen. Denn klar ist: Photovoltaik auf Dächern kann nur theoretisch den Bedarf decken. In der Praxis werden auch Freiflächen gebraucht, um die notwendige Geschwindigkeit zu erreichen.

Das zweite Standbein bilden die Dächer im Land: Die Landesregierung muss die Solarpflicht auf Wohngebäude und auf Dachsanierungen ausweiten, damit die Solarenergie auch im Gebäudebestand zum Standard wird. Laut Daten der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg weisen allein Betriebsgebäude im Südwesten 12 Millionen Quadratmeter sehr gut geeignete Dachfläche auf – darauf passt mehr Solarenergie, als bisher insgesamt im Südwesten installiert ist. Auch in Baden-Württemberg muss dieses Potenzial endlich vollumfänglich erschlossen werden!

Das dritte Standbein bildet die Vorbildfunktion des Landes: Bisher kommt Baden-Württemberg nur langsam damit voran, die landeseigenen Dächer mit Solaranlagen zu bestücken. Hier muss das Land die Geschwindigkeit erhöhen und Widerstände zum Beispiel durch Architekt*innen überwinden. Ziel muss sein, alle geeigneten landeseigenen Dächer bis 2026 mit Solaranlagen zu bestücken.

Die Koalitionsverhandlungen sind die Gelegenheit den Solarausbau in Baden-Würrttemberg ins Ziel zu bringen. Die neue Landesregierung muss sich zu den Pariser Klimazielen bekennen und dafür die Solaroffensive anstoßen! Ministerpräsident Kretschmann und seine künftige Landesregierung sind verantwortlich dafür, ob Baden-Württemberg in den nächsten fünf Jahren zum Sonnenland wird.

 

 

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