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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Eil-Appell: Frau Merkel, retten Sie unsere Insekten!

Das Insektensterben ist dramatisch und geht immer weiter: Laut einer aktuellen Studie verschwinden jedes Jahr zwei Prozent der Insekten weltweit. In 100 Jahren könnten sie ausgestorben sein. Unterschreiben Sie jetzt den BUND-Appell!

Eine Hummel sitzt auf einer Blüte Wir wollen nicht mehr länger abwarten. Für uns ist der Insektenschutz in Deutschland ab sofort ein Fall für das Kanzleramt!  (Pictureman2014 / Pixabay)

Frau Merkel, retten Sie unsere Insekten!

In Aktionsplan Insektenschutz müssen richtungsweisende und verbindliche Maßnahmen stehen, die den Schutz unserer Insekten entscheidend vorantreiben. Doch die Ministerinnen Svenja Schulze und Julia Klöckner finden seit Monaten keine Einigung. Bundesumweltministerin Schulze hat gute Vorschläge gemacht, allerdings stagnieren die Verhandlungen mit Bundesagrarministerin Klöckner.

Wenn nichts passiert schreiten das Insektensterben und das Artensterben immer weiter voran. Dies bedroht zudem unsere Landwirtschaft.

Mehr als 108.000 Nachrichten haben BUND-Unterstützer*innen an die zuständigen Ministerien geschickt. Geeignete Vorschläge aus dem Bundesumweltministerium für den Insektenschutz, insbesondere in der Landwirtschaft liegen vor, doch das Agrarministerium stimmt diesen bisher nicht zu.

Kanzlerin Merkel muss jetzt richtungsweisend ihre Richtlinienkompetenz einsetzen. Nur wenn die Kanzlerin umgehend handelt, haben Wildbienen, Marienkäfer und Co. eine Chance und es weiter summen und brummen wird.

Unterschreiben Sie jetzt unseren Eilappell an die Kanzlerin. Ein verbindlicher Aktionsplan Insektenschutz muss Insekten eine bessere Zukunft geben.

Unterschreiben Sie den Eil-Appell an die Kanzlerin

Ihre Nachricht an die Bundeskanzlerin:

Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,

der Weltbiodiversitäts-Bericht des IPBES hat Anfang Mai ein dramatisches globales Artensterben offengelegt. Die Krefelder Langzeitstudie aus dem Jahr 2017 belegt das Insektensterben in Deutschland: Sogar in Schutzgebieten ist die Menge der Fluginsekten in den letzten 30 Jahren um drei Viertel zurückgegangen.

Alle Forschungsergebnisse nennen für das Insektensterben die intensive Landwirtschaft als einen der Hauptgründe. Darum müssen Ihre Ministerinnen Julia Klöckner und Svenja Schulze hier gemeinsam handeln und wirksame Maßnahmen zum Schutz unserer Insekten auf den Weg bringen.

Union und SPD haben sich im Koalitionsvertrag dazu verpflichtetet, ein „Aktionsprogramm Insektenschutz“ aufzulegen, um wirksame Maßnahmen gegen das Insektensterben zu ergreifen. Im Juni 2018 hat die Bundesregierung Eckpunkte für dieses "Aktionsprogramm Insektenschutz" beschlossen.

Mit großer Freude habe ich gelesen, dass der vom Umweltministerium vorgelegte Maßnahmenkatalog klare Vorschläge im Bereich der Landwirtschaft enthält. Der Einsatz von Pestiziden soll reduziert und Lebensräume für Insekten in der Agrarlandschaft geschaffen werden. Umso mehr bin ich davon enttäuscht, dass außer den Eckpunkten bislang keine zentralen gesetzlichen Weichenstellungen beschlossen worden sind.

Verehrte Frau Bundeskanzlerin, nutzen Sie Ihre Richtlinienkompetenz und geben Sie Insekten eine Zukunft. Bundeslandwirtschaftsministerium und Bundesumweltministerium müssen jetzt an einem Strang ziehen!

Zum Erhalt der Insektenvielfalt ist es dringend erforderlich,

- …dass auf zehn Prozent der Agrarflächen Lebensräume für Insekten geschaffen werden, beispielsweise Hecken, Blühstreifen, artenreiche Wiesen oder Brachflächen. Hierfür sollen die Instrumente der Europäischen Agrarpolitik genutzt und zusätzlich ein nationales Förderprogramm von mindestens 100 Millionen Euro aufgestellt werden.

- …dass bis Ende 2019 im Bundesnaturschutzgesetz ein Pestizidverbot in Schutzgebieten verankert wird.

- …dass Umweltauswirkungen und insbesondere die Auswirkungen auf Insekten im Pestizid-Zulassungsverfahren künftig besser und verpflichtend berücksichtigt werden. Deswegen muss auch die Genehmigung der 18 trotz Veto des Umweltbundesamtes zugelassenen Pestizide zurückgenommen werden. Mit der Zulassung wurde ein klares Foulspiel auf Kosten der Insekten begangen!

- …dass Deutschland einen schrittweisen Glyphosat-Ausstieg bis 2021 vollzieht, die Anwendung von Glyphosat in Klein- und Hausgärten sowie auf öffentlich genutzten Flächen sofort verbietet und die landwirtschaftliche Anwendung schrittweise einschränkt.

Das mit fast zwei Millionen Menschen in Bayern erfolgreiche Volksbegehren Artenvielfalt zeigt den Weg in die Zukunft. In mehreren weiteren Bundesländern sind Volksbegehren zur Artenvielfalt und zum Insektenschutz in der Planung oder bereits gestartet. Und es wird auch hier mit herausragenden Erfolgen zu rechnen sein: Laut einer Emnid-Umfrage im Auftrag des BUND fordern deutschlandweit 79 Prozent der Befragten einen verbindlichen Insektenschutz.

Das Insektensterben ist Fakt. Es brummt und summt immer weniger in unserer Landschaft. Es ist Zeit, das jetzt entschieden zu ändern. Sie haben es in der Hand. Ihre Ministerinnen müssen endlich verbindliche Vorgaben für Insektenschutz in der Landwirtschaft festlegen, um einer der Hauptursachen des Insektensterbens schnell und effektiv zu begegnen!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Name

Ansprechpartnerin Naturschutz

Portrait von Lilith Stelzner

Lilith Stelzner

Naturschutzreferentin
E-Mail schreiben Tel.: 0711 620306-14

Pressemittelungen

Pestizide: Gift für Wildbienen

Eine Wildbiene saugt Necktar an einer rosafarbenen Blüte. Oben rechts BUND-Logo und mittig der Titel "Pesizide: Gift für Wildbienen."  (Foto: BUND BV)

Pestizide haben weitrechende Auswirkungen auf den Bestand der Insekten - Wildbienen sind für unser Öko-System besonders wichtig und ihr Bestand geht in erschreckendem Maß zurück.

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