Laudatio von Dr. Brigitte Dahlbender

Bei den Naturschutztagen 2007 vergaben wir den Gerhard-Thielcke-Naturschutzpreis erstmals, den Preisträger Eberhard Koch hatte Gerhard Thielcke selbst vorgeschlagen. Unseren neuen Preisträger kannte Gerhard Thielcke ebenfalls persönlich, und ich bin mir aber sicher, dass er auch mit dieser Wahl einverstanden wäre. Unser Preisträger ist fachlich hervorragend, ausdauernd, er redet gerne Tacheles, und er legt großen Wert auf öffentlichkeitswirksame Darstellung des Naturschutzes. Das sind alles Eigenschaften, die Gerhard Thielcke sehr geschätzt hat.

Heimat und Wirkungsstätte unseres Preisträgers ist die Schwäbische Alb, wo er als Hauptschullehrer arbeitet und seit Jahrzehnten im Natur- und Umweltschutz aktiv und erfolgreich ist.

Bekannt wurde unser Preisträger als Naturschützer, als langjährigen Vorsitzenden des Bund Naturschutz Alb Neckar (BNAN). In dieser Funktion organisierte er Landschaftspflege auf Hunderten Hektar Wiesenfläche und betrieb engagiert Öffentlichkeitsarbeit für die Naturschönheiten der Schwäbischen Alb. Er setzt sich massiv für die Ausweisung des Truppenübungsplatzes Münsingen als erstes Großschutzgebiet des Landes Baden-Württemberg ein sowie für hohe Schutzstandards bei dieser Ausweisung. Über das Paradies um Münsingen hat er mittlerweile drei Bildbände veröffentlicht.

Zum Schutz der Wanderfalken und Felsbiotopen erreichte er 1992 eine landesweite Regelung der Felskletterei. Der Hengener Dolinenweg in seiner Heimatstadt, der die Eigenart dieser geologischen Naturwunder der Schwäbischen Alb darstellt, ist eines seiner Kinder.

Weniger bekannt ist die andere Seite unseres Preisträgers, er ist nämlich auch ein vielfach bewährter Umweltschützer und politischer Kämpfer. Es begann Ende der 1980er Jahre im „Verein für Recycling und Naturschutz“, gegründet vom späteren Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir. Die Mülltrennung, eine Aluminiumsammlung und Öffentlichkeitsarbeit für den Natur- und Umweltschutz waren wichtige Themen der Gruppe, die sich 1990 entschloss, BUND-Ortsverband zu werden.

Unter dem Motto „110 kV will hier keine Sau“ kämpfte unser Preisträger Ende der 1990er Jahre gegen eine Starkstromleitung durch die Schwäbische Alb. Der Kampf war erfolgreich, die Trasse konnte verhindert werden.

Naturschützer aus der Region bescheinigen ihm große strategische Qualitäten.
In Finanzfragen gilt er als ein »echt schwäbischer Verhandlungspartner«.
So kommentiert er das selbst: »Man muss ein ausgebuffter Hund sein«.

Und noch ein typisches Zitat unseres Preisträgers: »Was ich anpacke, muss grundsätzlich professionell sein«. Wie zum Beispiel das Fotografieren, das er irgendwann angefangen hat. Sein Archiv umfasst über 25 000 Dias. Bilder daraus erscheinen regelmäßig in „natur und kosmos“ und anderen Magazinen. Auch wir vom BUND sind dafür dankbar, dass wir unseren Preisträger als Fotoquelle nutzen können.

Wir wünschen unserem Preisträger von Herzen, dass er die Ausweisung des geplanten Biosphärengebiets mit dem von ihm so liebevoll beschriebenen Kernbereich des Naturparadieses bei Münsingen bald erlebt – und dass er sich noch lange an seiner Heimat, der Schwäbischen Alb erfreuen kann.

Ich möchte Sie nun nicht länger auf die Folter spannen. Der BUND Baden-Württemberg verleiht den Gerhard-Thielcke-Naturschutz-Preis an

Günter Künkele aus Bad Urach, Kreis Reutlingen.

 



  • Jetzt spenden, Bilder: ger.hardt/pixelio.de, Thomas Stephan, Walter Schön
  • Jetzt BUND-Mitglied werden; Bilder: detailblick/fotolia, Benicce/fotolia, Monkey Buissnes Images/shutterstock, Mr. Nico/photocase.de
  • Newsletter bestellen, Bild: fult/photocase.de
Suche