Im BUND sind viele Seniorinnen und Senioren Mitglied und auch viele aktiv. Es lohnt sich, diese Zielgruppe anzusprechen. Was sind – im Vergleich zu anderen Zielgruppen ihre Charaktersitika? Was folgt daraus für die Zusammenarbeit mit ihnen?
Welche Eigenschaften kennzeichnet diese Zielgruppe?
Senioren/innen haben eine relativ flexible Zeiteinteilung (sie sind nicht an Arbeits- oder Schulzeiten gebunden).
Sie nutzen die klasischen Medien.
Sie haben Lebenserfahrung, suchen aber oft auch neue Aufgaben.
Sie wollen oft fachliches Wissen pflegen, weitergeben, zum Teil, auch erneuern.
Sie wollen zum Teil Anknüpfung an beruflich erworbene Qualifikation.
Sie fühlen sich zum Teil nutzlos, deshalb Anerkennung wichtig.
Der persönliche Austausch ist ihnen wichtig.
Sie suchen Kontakt, aber eher gezielte, differenzierte Kontakte.
Sie sind zum Teil thematisch sehr spezialisiert.
Sie sind meist wenig spontan einsetzbar.
Sie sind tendenziell mehr Strukturen gewöhnt.
Sie sind verantwortungsbewusst
und manche von ihnen sind körperlich nicht immer belastbar.
Was folgt daraus für die Ansprache von Seniorinnen und für die Kooperation mit ihnen?
Der persönliche Kontakt ist noch wichtiger und wirksamer als bei anderen Gruppen.
Lokalzeitungen und Gemeindeblatt als Ansprech-Medium
Direkte Mitglieder-Anschreiben wirken am ehesten bei Seniorinnen.
Absolut ideal: ein bekanntes Gesicht, das wirbt
Seniorenvereine / Seniorenbeiräte / Altenzentren / Kirchen als Bündnispartner
Attraktive Freizeitangebote (Reisen und Exkursionen) für sie besonders wichtig.
Warnung vor getrennten Altersgruppen, ist nicht immer gut.
Projekte unter dem Motto „Alt“ trifft „Jung“ organisieren
Verantwortungsvolle Aufgaben anbieten, in denen sie ihr Wissen weitergeben können.
Manche Menschen wollen nach ihrer Pensionierung ihre beruflichen Fähigkeiten in Dienst stellen, andere wollen lieber etwas ganz anderes machen (Beispiel: ein ehemeliger Kaufmann legt Schmetterlingsgärten an).
Gerhard Pfiefer (BUND-Regionalgeschäftsführer in Stuttgart) berichtet vom Interesse pensionierter Alt-68er bei "Widerstandsprojekten" mitzuarbeiten.
Eine klare Anerkennungskultur ist zu empfehlen, damit niemand beleidigt ist, weil er/sie nicht geehrt wird.
Achtung: Wandlung in den letzten und den nächsten Jahren: Senioren werden „jünger“ und moderner. Erstaunliche viele von ihnen haben Email und Internet.
(Quelle: Seminardokumentation Ausbildung von Ehrenamts- und Freiwilligenkoordinator/ innen (DNR) 2006