Hindernisse - und wie sie überwunden wurden

Feuchte Wiesen in Flussauen sind wichtige Nahrungsgebiete für Vögel. Foto: Rita Strieckmann
Feuchte Wiesen in Flussauen sind wichtige Nahrungsgebiete für Vögel.

Furcht des Bauernverbandes vor Flächenverlust: Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband war zunächst massiv gegen eine Renaturierung des Flusses und seiner Aue. Eine 1993 in Auftrag gegebene Agrarstrukturanalyse ergab jedoch: 670 Hektar könnten nach der Befragung der Landwirte für eine Renaturierung zur Verfügung stehen. Das entspräche bereits fast 50 Prozent der zur Umsetzung des Konzepts notwendigen Fläche von 1 425 Hektar.

Fazit: Eine vollständige Umsetzung der Renaturierung wird nur langfristig möglich sein und: "Für die deutlich weniger flächenintensiven Maßnahmen am Gewässer ergeben sich allerdings günstigere Umsetzungsperspektiven." Seit 2002 sind diese Perspektiven aufgrund des Rückzugs der Landwirtschaft aus der Fläche noch günstiger geworden.

Streubesitz: Die an der Radolfzeller Aach liegenden Flächen im Umfeld des Weitenrieds gehörten sehr vielen Besitzern. Davon überführte das Amt für Flurneuordnung und Landesentwicklung in den 1990er Jahren große Teile in öffentlichen Besitz. Weitere Flächen wurden vom Land gekauft.

Hochwassergefahr in Beuren: In Beuren befindet sich ein Stauwehr, mit dem Wasser aus der Aach zur Gewinnung von Strom abgeleitet wird. Der Ortschaftsrat von Beuren befürchtete hier die Ablagerung von Kies und Sand und damit höhere Wasserstände im Fluß. Da in Beuren Häuser dicht neben der Aach gebaut wurden, hätte nach starken Regenfällen Wasser in deren Keller laufen können. Nachdem die Verwaltung zugesagt hatte, vor Beuren einen Sedimentfang zu bauen, stimmte die Ortschaft Beuren der Renaturierung des Flusses oberhalb des Sedimentfangs zu. Der Sedimentfang leistet mittlerweile seit Jahren gute Dienste.

Gasleitung unter der Aachsohle: Aufgrund eines Vertrages mit der Gewässerdirektion hat der Eigentümer der Leitung die Eigendynamik des Flusses zu akzeptieren.

Akzeptanz der Anwohner: Maßnahmen von der Größenordnung wie an der Radolfzeller Aach lassen sich nur im Konsens mit der Bevölkerung verwirklichen. Dazu dienen:

  • Alle Beteiligten des Arbeitskreises begleiten das Vorhaben.
  • Pressearbeit
  • Berichte im Singener Wochenblatt (Aachpost)
  • Ein Projekt-Video, das an alle Schulen im Projektgebiet kostenlos verteilt wurde.
  • Hegauer Aachtage (1997 in Singen-Beuren, 2000 auf der Landesgartenschau in Singen, 2002 in Rielasingen-Worblingen)
  • Ein 40 km langer Fluss-Erlebnispfad mit Informationstafeln von der Quelle bis zur Mündung.
  • Veröffentlichungen der Verwaltung (1991, 1994, 1996, 1997, 2000).
  • Große Berichte in Verbandszeitschriften (BUND, Deutsche Umwelthilfe)
  • Informationen an Entscheidungsträger über Erfolge
  • Ein reich bebildertes Faltblatt
  • Zahlreiche Führungen für Interessierte
  • Eine wissenschaftliche Arbeit über die Auswirkungen auf die Vogelwelt im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe.
  • Einstellung dieser Erfolgsgeschichte ins Internet 


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