Mit der Renaturierung des Flusses vollziehen das Land Baden-Württemberg sowie BUND und DUH die rechtsverbindlichen Vorgaben der Europäischen Union, alle heimischen wildlebenden Vogelarten "auf einem Stand zu halten oder auf einen Stand zu bringen, der insbesondere den ökologischen, wissenschaftlichen und kulturellen Erfordernissen entspricht." Dazu gehört u.a. die Wiederherstellung zerstörter Lebensstätten und die Neuschaffung von Lebensstätten. Auch die Wasserrahmen-Richtlinie der EU wird mit der Renaturierung umgesetzt.
Gründe für die Erfolge
Sie entsprechen denen von Uwe Brendle (1999) zusammengestellten Bausteinen für erfolgreiches Handeln: Großes Engagement von Einzelpersonen, Einbindung der Bevölkerung, Durchsetzungsfähigkeit, Bildung einer Gewinnerkoalition, prominente Fürsprecher, personelle Kontinuität u.a. durch Projektmanager der Wasserwirtschaftsverwaltung, klare Projektziele, Anbindung an Förderprojekte, kritische Masse an Arbeitszeit und Geld und Akzeptanz durch Erfolge.
Perspektiven
Das Konzept der Verwaltung und der Naturschutzverbände sieht die Renaturierung der ganzen Radolfzeller Aach vor. Sie soll wieder ein von der Quelle bis zur Mündung für Wassertiere durchgängiger Fluss mit großer Eigendynamik werden. Als Ersatz für verloren gegangene Senken im Bereich früherer Überschwemmungsflächen wird ein Netz von Teichen, Tümpeln und Blänken angelegt.
In Erlebniszonen bekommen Menschen wieder Kontakt mit ihrem Fluss und seiner Natur. Große Flächen der Talaue werden wieder extensiv genutzt, u.a. durch Beweidung mit Mutterkuh-Herden. Die Radolfzeller Aach wird Modellprojekt eines lebendigen Flusses für Europa und über den Global Nature Fund weltweit.
Dank
Für die kritische Durchsicht des Textes danken die Verbände Dr. Alois Kapfer (Gesellschaft für ökologische Landentwicklung), Anton Krüger (Stadt Singen) und Oliver Stenzel (Gewässerdirektion Rottweil).