Mit 10 Millionen Fluggästen im Jahr hat der Flughafen bereits heute die Grenze der Zumutbarkeit für die Bevölkerung erreicht. Die Flugbewegungen haben sich von 88.000 in 1998 auf 163.000 im Jahr 2007 fast verdoppelt – eine Steigerung auf 250.000 wäre eine Katastrophe. Der Stuttgarter Flughafen will nun eine zweite Startbahn für Charter- und Billigflieger bauen – mit verheerenden Folgen für die Menschen, nicht nur auf den Fildern, sondern auch in den Einflugschneisen vom Schönbuch im Westen bis zum Schurwald im Osten. Der Flächenverbrauch für die neue Startbahn würde je nach Variante zwischen 160 und 190 Hektar betragen. Dadurch wären rund 20 landwirtschaftliche Betriebe in ihrer Existenz bedroht.
Gesundheit gefährdet
Nachdem die Landesmesse gebaut ist und Stuttgart 21 droht, kommt mit dem Flughafenausbau ein weiteres Großprojekt auf die Fildern zu. Gnadenloser Lärm, noch mehr Abgase, Verkehr und Feinstaub würden der Gesundheit der Menschen auf den Fildern schaden.
Klima bedroht
Der Luftverkehr boomt und das hat böse Folgen für das Klima. Die Kohlendioxid- Emissionen des Flugverkehrs nehmen derzeit um 3,5 Prozent pro Jahr zu. Kohlendioxid ist aber nicht das einzige Treibhausgas, das Flugzeuge ausstoßen. In hohe Luftschichten werden vor allem Stickoxide und Wasserdampf eingetragen. Dadurch entstehen Klimawirkungen, die zwei- bis fünfmal größer sind als durch den Kohlendioxid-Ausstoß am Boden. In der Summe trägt der Flugverkehr damit heute etwa vier Prozent zur globalen Erwärmung bei. Erwartet wird eine Verdreifachung des Schadstoffausstoßes in den nächsten 30 Jahren. Noch nicht berücksichtigt ist, dass Flugzeug-Schadstoffe zur Entstehung von Cirruswolken beitragen, die die Rückstrahlung von Wärme in den Weltraum behindern.