Am 25. Juni 2008 verkündete Ministerpräsident Günther Oettinger im baden-württembergischen Landtag das vorläufige "Aus" für die Planung einer zweiten Start- und Landebahn am Stuttgarter Landesflughafen. Auf den ersten Blick ein Sieg der Vernunft und ein großer Erfolg für den breiten Widerstand, den der BUND in den letzten Jahren aktiv unterstützt hat. Auf den zweiten Blick entpuppt sich die Erklärung des Ministerpräsidenten allerdings als Mogelpackung, als taktisches Manöver, um die kommenden Wahlen unbeschadet überstehen zu können. Lesen Sie hier unsere Stellungnahme zur Erklärung des Ministerpräsidenten: Pressemitteilungen vom 25.06.2008 und 24.06.2008)
Klimaschutz heißt Flugverkehr eindämmen, statt ihn in die Regionen zu verlagern
Der BUND kritisiert auch, dass das bisherige Wachstumsdenken im Flugverkehr nach wie vor das Handeln der Landesregierung bestimmt und der Klimaschutz keine große Rolle spielt. BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender: „Ministerpräsident Oettinger hat hochfliegende Träume, wenn er den Stuttgarter Flughafen im Wettbewerb mit den Flughäfen Frankfurt, München und Zürich ‚interkontinental veredeln’ möchte und den kontinentalen Flugverkehr auf die Regionalflughäfen konzentrieren möchte. Das ist eine Bankrotterklärung für den Klimaschutz. Wir brauchen keine Verlagerung des Flugverkehrs, sondern eine Vermeidung. Das Klima verträgt keinen weiteren Ausbau des Flugverkehrs. Die Grenze der zumutbaren Belastungen ist landesweit längst überschritten.“ Die BUND-Landesvorsitzende verweist auf die alarmierenden Ergebnisse der neuen gemeinsamen Luftverkehrs-Studie von Wuppertal-Institut und BUND-Bundesverband: „Die CO2-Emissionen des Flugverkehrs nehmen in Deutschland pro Jahr um etwa dreieinhalb Prozent zu. Der Anteil der Fliegerei an den gesamten Klimabelastungen beträgt in Deutschland heute schon rund acht Prozent." Wenn der Flugverkehr weiter wächst wie bisher, werden die Klimawirkungen des Fliegens bereits in fünf Jahren die des heutigen Autoverkehrs übersteigen. Wenn es die Landesregierung mit dem Klimaschutz ernst meint, muss sie den Flugverkehr reduzieren und soweit möglich auf die Schiene verlagern. Neue Flugkapazitäten sind der BUND-Studie zufolge in Baden-Württemberg auch gar nicht notwendig. Dahlbender: „Etwa 30 Prozent aller Starts in Stuttgart entfallen auf den innerdeutschen Flugverkehr. Dieser Verkehr kann sofort auf die Schiene verlagert werden. Da brauchen wir auch keine Verlagerung von Fliegern auf die regionalen Flugplätze.“
Wenn Sie mehr wissen wollen, hier finden Sie weitere Informationen des BUND Bundesverbands.