Die Ölkrise in den 70er Jahren erzwang erste autofreie Sonntage in der BRD. In der DDR formierten sich 1981 Menschen um das Christliche Forschungsheim Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt) und Mitglieder des Kulturbundes der DDR zur Organisation eines jährlichen autofreien Sonntages von unten.
Schon vor der Wende, 1987, konnte diese Tradition unter dem Namen "Mobil ohne Auto" (MOA) in der BRD Fuß fassen. Seither unterstützen engagierte Bürger, Umweltverbände, die Kirchen, Heimat- und Sportvereine und Teile der öffentlichen Verwaltung auf breiter Basis dieses Mobilitätsverständnis, das nicht auf das Auto zentriert ist. MOA setzt sich für ein Umdenken in der Verkehrspolitik und im Verkehrsverhalten ein und zeigt, wie man in der Freizeit und im Alltag auch ohne Auto vorankommt. Im Vordergrund der Aktionen steht nicht der "erhobene Zeigefinger", sondern vielmehr Spaß und Freude am Erleben alternativer Mobilitätsformen.
Jeweils am 3. Sonntag im Juni steht Baden-Württemberg am Aktionstag "Mobil ohne Auto" ganz im Zeichen der umweltfreundlichen Mobilität. Weit über 250 000 Menschen im Land testeten in den letzten Jahren spannende autofreie Aktionsangebote - viele auch von den örtlichen BUND-Gruppen initiiert und durchgeführt. Die Schirmherrschaft von "Mobil ohne Auto" übernimmt traditionell der für Verkehr zuständige Minister des Landes Baden-Württemberg. Nachdem zunächst 1998 und 1999 zahlreiche französische und italienische Städte eigene autofreie Tage durchgeführt hatten, nahm die EU-Kommission diese Initiative auf und ruft seit 2000 den jährlichen europaweiten autofreien Tag aus. Auch zahlreiche BUND-Gruppen sind aktiv, beteiligen sich mit pfiffigen Aktionen oder machen ihrer Stadt Beine und regen sie zur Teilnahme am autofreien Tag an.
Ein "Erlebnis Innenstadt" der umweltfreundlichen Art bietet seit 2007 jeweils in der letzten Septemberwoche die "Europäische Woche der Mobilität". Diese ergänzt und bereichert das Engagement der Verbände und Initiativen von MOA durch Aktionen der Städte und Gemeinden. Diese reservieren einzelne Stadtbereiche nur für Fußgänger, Fahrradfahrer sowie für Busse und Bahnen und plädieren damit für einen bewussteren Umgang mit dem Auto.
Neugierig geworden? Dann surfen Sie doch mal zu den Projekten und Kampagnen unter www.klimabuendnis.org
Weitere Informationen über das Engagement unserer BUND-Gruppen erhalten Sie auch in Ihrer BUND-Regionalgeschäftsstelle.