Erklärung zur Förderung des Streuobstanbaus

In Baden-Württemberg haben die Umweltverbände BUND, LNV und NABU, die Bio-Anbauverbände Bioland, Demeter und Naturland sowie das Convivium Stuttgart von Slow Food im September 2007 eine gemeinsame Erklärung zur Förderung des Streuobstbaus in Baden-Württemberg sowie zum Schutz des Begriffes "Streuobst" vorgestellt. Datei herunterladen

Das breite Bündnis fordert unter anderem 

    • eine 30jährige Pflegebindung bei Neupflanzungen von Streuobstbeständen bei Ausgleichsmaßnahmen, 
    • die Beibehaltung des Obstbaufachpersonals auf Kreisebene 
    • eine verstärkte ministerielle Förderung der Kontrolle und Vermarktung von getrennt erfasstem Streuobst.
    • Für den Schutz des Begriffs Streuobst fordern die Verbände analog zur Position der Streuobst-Aufpreisvermarkter auf Bundesebene die Mindestkriterien „Hochstamm-Obstbau ohne Einsatz synthetischer Behandlungsmittel“.
    • Ein EU-Herkunftsschutz soll zudem nur zulässig sein, wenn die Produkte zu 100 Prozent aus Streuobst bestehen.

Streuobstanbau hat Zukunft
Für die Zukunft sehen die Verbände verbesserte Chancen für den Streuobstbau unter anderem in arbeitserleichternden Innovationen, neuen Streuobstprodukten, in der Wertholznutzung, im Tourismus nach dem Vorbild des niederösterreichischen Mostviertels sowie in der Verknüpfung von Wellness, Genuss und Streuobst. Die Vorsitzenden aller sieben Verbände sehen die gemeinsame Erklärung als ersten Schritt für eine weitere Zusammenarbeit sowie für die Bündelung von Fachwissen im Bereich Streuobst.

Einhaltung strenger Qualitätsstandards
Der BUND verweist auf die wichtige Rolle der Naturschutzverbände bei der Streuobst-Aufpreis-Vermarktung. Obst von ungespritzten Streuobstwiesen wird getrennt gesammelt. Die Landwirte erhalten dafür einen deutlich besseren Preis als für Massenware. Der höhere Preis muss vom Verbraucher bezahlt werden – das geht nur mit strengen Qualitätskriterien. Der BUND erteilt deshalb Versuchen, den Begriff „Streuobst“ im Rahmen einer geschützten Herkunftsangabe nach EU-Recht aufzuweichen, eine scharfe Absage und betont die Bedeutung strenger Qualitätsparameter und eines gesicherten höheren Erzeugerpreises für Streuobst. Streuobst-Vermarktungsprojekte mit BUND-Beteiligung stehen für faire Obstpreise, hohe Qualitätsstandards und Kontrollen.

Kein neuer Dachverband für Streuobstinitiativen!
Der BUND steht der geplanten Gründung eines neuen Vereins als Dachverband der Streuobstinitiativen einer derartigen Vereinsgründung skeptisch gegenüber und rät seinen Untergliederungen, sich daran nicht zu beteiligen. Zeit, Energie und Engagement der ehrenamtlich Aktiven werden für die praktische Arbeit, für Jugendarbeit und für die politische Interessenvertretung dringender gebraucht als für die Schaffung zusätzlicher Vereinsstrukturen. Eine bessere Vernetzung von Streuobstinitiativen ist auch ohne neue Vereinsgründungen möglich. Lesen Sie hierzu das gemeinsame Schreiben der Landesvorsitzenden von BUND und NABU.

Runder Tisch Streuobst
Der BUND beteiligt sich zusammen mit den Naturschutzverbänden NABU und dem Landesnaturschutzverband LNV an regelmäßigen Treffen des Ministeriums ländlicher Raum. Hier werden von Vertretern aus Politik, Fachbehörden, Verbänden, Forschungseinrichtungen, Streuobstverarbeitern und -vermarktern weitere Initiativen zum Schutz von Streuobstbeständen vorgestellt, diskutiert und vereinbart.

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