Erfolgreiches Projekt des BUND-Ludwigsburg

Bild: Zori Dierolf

"Fießers Erstling", "Roter Herbstkavill", "Fässlesbirne", "Gelbe Wadelbirne", "Ribston Pepping", "Maunzenapfel"... So bunt und vielfältig wie die Namen sind Aussehen, Geschmack und Verwendungsmöglichkeiten alter Apfel- und Birnensorten. Wirtschaftlich spielen die meisten jedoch schon lange keine Rolle mehr. Oft steht von einer alten Hochstammsorte nur noch ein knorriges Einzelexemplar auf einer Wiese oder am Wegrand. Viele Ortsverbände im BUND wollten diesem Verlust nicht tatenlos zu sehen.

Sortenausstellung; Bild: Zori Dierolf

Beim BUND-Kreisverband Ludwigsburg beispielsweise entstand die Idee, die noch vorhandenen Sorten im Kreis zu erhalten bzw. verschollene Sorten ausfindig zu machen und sie in großer Zahl überall im Landkreis wieder anzupflanzen. Dies gelang 2003 mit Unterstützung der Stiftung Umwelt- und Naturschutz der Kreissparkasse Ludwigsburg.

Bislang konnte der Bestand von über 100 alten Sorten gesichert werden. Dazu wurden zunächst von erhaltenswerten Sorten Reiser geschnitten und in Baumschulen vermehrt. Der BUND-Ludwigsburg konnte viele Gemeinden im Kreis dazu gewinnen, auf ihrer Gemarkung Streuobstbäume oder ganze Sortengärten mit den alten, lokal bevorzugten Sorten anzupflanzen und diese auch zu pflegen. Treibende Kraft des Projekts ist Obstexpertin Zori Dierolf. Seit über 20 Jahren schon organisiert sie Ausstellungen mit alten Obstsorten. Anfang der 70er Jahre, als immer mehr Streuobstwiesen durch Obstplantagen ersetzt wurden, begann sie, den Streuobst-Bestand in Löchgau zu kartieren. Dabei stieß sie auf eine fast unglaubliche Sortenvielfalt. Ging sie anfangs von 60 Sorten aus, bestückt sie heute Ausstellungen mit über 300 Apfel- und Birnensorten.

 

Vorteile alter Sorten

Viele alte Sorten besitzen eine natürliche Widerstandskraft gegen Krankheiten und sind ein wertvolles Gen-Reservoir für die Obstzüchtung. Außerdem sind die Sorten oft bestens an Witterung und Bodenbeschaffenheit vor Ort angepasst. Hochstammobstbäume werden von vielen Vogelarten wie Gartenrotschwanz, Steinkauz oder Wiedehopf besiedelt. Die Pflanzung dieser alten Hochstamm-Sorten ist auch im Hausgarten ein wertvoller Beitrag zum Vogel- und Insektenschutz.

Alte Sorten wieder anpflanzen

Jungpflanze; Bild: Zori Dierolf

Im Winter oder Vorfrühling ist Pflanzzeit! Es ist gar nicht immer leicht, an alte Sorten zu kommen. Am besten bei regionalen Baumschulen, die noch selber ziehen, nach alten Sorten fragen. BUND-Gruppen, die Streuobstbestände pflegen, aber auch die BUND-Regionalgeschäftsstellen helfen gerne weiter (s.a. weiterführende Links unter Service). Auch im örtlichen Obst- und Gartenbauverein finden sich Kenner und Liebhaber alter Sorten.

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