Apfelsaft

Auf dem 2. landesweiten Streuobsttag im November 2007 wurden im Rahmen der Prämierung von Streuobstprodukten mehrere Säfte mit BUND-Beteiligung ausgezeichnet: Der Apfelsaft aus dem Mainhardter Wald, der den Anforderungen des BUND-RV Heilbronn-Franken entspricht, erhielt einen ersten Preis in der Kategorie „Apfelsaft Naturtrüb“ ebenso wie der Apfelsaft der Streuobst-Initiative im Stadt- und Landkreis Karlsruhe. In der Kategorie „Most“ wurde der Förderkreis Streuobstbau Hohenlohe-Franken, Markenzeichen „Grünspecht“, ausgezeichnet – eine NABU-Initiative, in der der BUND-OV Crailsheim mitarbeitet.

Most

Nicht jedermanns Geschmack, aber ein wahrhaft urzeitliches Getränk. Bei Ausgrabungen in der Nähe der Pfahlbauten am Bodensee wurden Klumpen von Apfel- und Birnenkernen gefunden, die nur eine Deutung zuließen: Man hatte eine jungsteinzeitliche Mosterei entdeckt. Das Keltern von Obstsaft hat in Süddeutschland also eine jahrtausendealte Tradition.

Die Wildformen von Apfel und Birne ähnelten Walnüssen. Ihr herber Most war wohl eher seiner berauschenden Wirkung wegen beliebt als wegen seines Geschmacks. Unsere Vorfahren züchteten daraus hunderte von Obstsorten, die oft nur in einem Tal verbreitet waren: Berlepsch und Bohnapfel zum Beispiel, Schweizer Wasserbirne oder die Bayrische Weinbirne.

Die Kunst des Kelterns und Konservierens wurde vervollkommnet, das Küferhandwerk entwickelte sich. Parallel dazu entstand im 17. und 18. Jahrhundert eine typische, prägende Landschaftsform: Die Streuobstwiesen.

Heute stammen etwa 90 % der Apfel- und Birnensäfte, die im Handel sind, aus fabrikmäßiger Erzeugung, das Obst aus Reihenplantagen. Der Saft wird als Konzentrat oft über Hunderte von Kilometern transportiert, in riesigen Tanks gelagert und ist vielfach vorgefiltert.

Doch die Saftproduktion für den Eigenbedarf hat, Gott sei Dank, bis heute auch eine dörfliche Kultur des Mostens in kleinen Keltereien erhalten. Denn viele Feinschmecker haben erkannt, dass der Saft vom Obst alter Baumsorten dem industriell erzeugten Saft geschmacklich weit überlegen und so nuancenreich wie Wein ist. Die Baumsorten in Streuobstwiesen sind meist zudem unempfindlicher und bringen bei entsprechender Pflege auch ohne Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger hohe Erträge. Im Zeitalter der Allergien sind rückstandsfreie Früchte und Säfte von unschätzbarem Wert.

 

Apfel-Mango-Saft, Cidre, Zwetschgenbrand

Die Streuobst-Initiativen sind immer auf der Suche nach neuen Produkten und Vermarktungswegen. Ein geradezu genialer Coup gelang dem BUND Ravensburg mit seinem Apfel-Mango-Saft. Heimische Äpfel werden mit Mangomark aus Fairem Handel gemischt. Davon profitieren heimische Obstbauern und Mango-Bauern auf den Philippinen. Die Idee wurde inzwischen in ganz Deutschland von zig Initiativen übernommen. Neben dem traditionellen Apfelsaft und Most haben viele Initiativen noch Apfelessig, Cidre, Apfelsekt oder Birnen-Apfelsaft im Angebot. 
Neues Produkt auf der Fachmesse des Streuobsttages 2007 waren  z. B. ein Apfel-Aperitif oder Apfel-Zwetschgensaft aus dem Nordschwarzwald und sortenreine Obstbrände von der Schwäbischen Alb.

Apfelmango-Saft; Bild: BUND Ravensburg; Schneewittchen-Cidre Etikett; Bild: Streuobst-Initiative Calw-Enzkreis-Freudenstadt
links: Apfel- und Apfel-Mangosaft vom BUND Ravensburg, rechts: Schneewittchen-Cidre von der Streuobst-Initiative Calw-Enzkreis-Freudenstadt


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