BUND Reutlingen: Am Runden Tisch dreht sich alles ums Streuobst

Das Reutlinger Streuobstwiesenprojekt hat der Umweltreferent der Stadt Reutlingen initiiert. Die traditionelle, naturnahe Bewirtschaftung der Streuobstwiesen sollte durch die Vermarktung von Apfelsaft und anderen Produkten wieder rentabel gemacht und so langfristig gesichert werden. Von Beginn an war der BUND-Kreisverband Reutlingen an der Bildung eines Runden Tisches beteiligt. Eingeladen von der Stadt Reutlingen trafen sich die Akteure im Januar 1999 zum ersten Mal. Naturschutzvereine, Landwirte, Behörden, Getränkehändler und eine Fruchtkelterei bündelten Wissen, Ideen und Engagement für die Kulturlandschaft Streuobst. Die Projektleitung und Moderation des Runden Tisches liegt von Beginn an beim BUND. 

Eine Marke etabliert sich: Reutlinger Apfelsaft

Seit 1999 gibt es den Reutlinger Apfelsaft – aber das ist nur ein Produkt des Runden Tisches. Die findigen Vermarkter haben die Angebotspalette kontinuierlich erweitert: Apfelsaft klar und naturtrüb, Apfel-Birnensaft und naturtrübe Apfelschorle gehören dazu – außerdem auch Alkoholisches: natürlich Most und sortenreine Edelbrände aus Mirabelle, Bohnapfel oder Boskoop. Wichtig ist, dass die Erzeuger vertraglich verpflichtet sind, nur späte Apfelsorten, die mehr Süße und Aroma besitzen und nur bestes vollreifes Obst anzuliefern. 

Aufpreis macht Streuobst für Wiesenbesitzer rentabel

Das Obst wird den Streuobstwiesen-Besitzern zu einem Festpreis abgekauft. 15 Euro erhalten sie für den Doppelzentner - 63 Obsterzeuger machen bereits mit, zu Beginn waren es 18. Damit ist der Bestand von rund 200 Wiesen auf 65 Hektar gesichert. 60 000 Liter werden jährlich produziert. Wer seine Wiese naturnah bewirtschaftet, bekommt zusätzlich einen Aufpreis von zwei Euro pro Doppelzentner Obst – unabhängig vom Ertrag und vom Marktpreis. Dafür muss die Wiese mindestens einmal nach der Mahd abgeräumt werden. Außerdem wird kontrolliert, ob sie mindestens drei von acht bestimmten Blumenarten enthält. 

Immer wieder was Neues - das Projekt entwickelt sich

Das Reutlinger Streuobstwiesen-Projekt ist sehr dynamisch. Es werden nicht nur jedes Jahr bei einer gemeinsamen Pflanzaktion neue Obstbäume auf Grundstücken der Erzeuger gepflanzt:

  • Im Frühjahr 2001 werden Kontrollen nach EU-Ökoverordnung durchgeführt. Der Reutlinger Apfelsaft kann seither mit dem Biosiegel vermarktet werden.
  • Im Herbst 2004 gelingt unter Federführung des NABU die Wiederansiedlung von Steinkäuzen mithilfe von Niströhren
  • 2005 wird unter Federführung des BUND ein Bewertungsschlüssel für artenreiche Blumenwiesen entwickelt.
  • 2006 wird der zusätzliche Aufpreis für Mostobst aus artenreichen Blumenwiesen eingeführt
  • 2008 wird der bisherige Projektleiter Theo Dittmar von Barbara Zeppenfeld (beide BUND) abgelöst. Beginn der Bewirtschaftung durch Schafbeweidung.
  • Die Kindergruppe des BUND hat das Thema Streuobstwiese zum Schwerpunkt gemacht. Die Kinder bauen und reinigen Nistkästen, beobachten Vögel, lernen Vogelstimmen kennen, bestimmen Blumen und pressen eigenen Saft.
  • 2009 feierte das Projekt sein zehnjähriges Bestehen

Regelmäßige Medienpräsenz

Kontinuierlich wird das Projekt durch intensive Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Denn der Reutlinger Streuobstsaft soll viele Liebhaber finden, die den Bestand der Reutlinger Streuobstwiesen sichern.



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