BUND Markdorf: Landschaft schmeckt

Der BUND Markdorf blickt auf ein über 20-jähriges Engagement für die Streuobstwiesen zurück. Ein Hauptanliegen ist es, das Thema Streuobst in der Öffentlichkeit publik zu machen. Über Südkurier und Schwäbische Zeitung, die örtliche Presse, informiert der BUND Markdorf und lädt zu Aktionen ein.

Mit dem Streuobstwiesen-Projekt verfolgt der BUND Markdorf mehrere Ziele. Zunächst werden die sorten- und strukturreichen Wiesen erhalten. Sie dienen der Produktion von gesundem und regionalen Tafel- und Fallobst nach dem Motto: "Landschaft schmeckt". BUND-Kindergruppe und Schulkinder von zwei Grundschulen und einer Förderschule sind ins Projekt eingebunden. Die Teamarbeit der ehrenamtlichen Helfer bildet ein wichtiges Bindeglied zur BUND-Ortsgruppe.

Last but not least kann der BUND Markdorf durch die Erträge aus dem Verkauf der Äpfel seine Storchenprojekte finanziell stützen.

"Unsere Streuobstwiesen" - die Arbeit geht nicht aus

Die Ortsgruppe hat an zwei benachbarten Standorten Hochstammwiesen gepachtet, die sie pflegt und bewirtschaftet. Die Fläche Hopfengarten umfasst 1,2 Hektar mit ca. 120 Bäumen, die kleinere "Vorstauden" hat 18 Bäume auf ca. 0,2 Hektar. Groß ist die Sortenvielfalt: neben 30 verschiedenen Apfel- und Birnensorten gibt es Kirsch-, Zwetschgen-, Edelkastanien- und Walnussbäume.

  • der BUND-Vorsitzende Franz Beer koordiniert und leitet den jährlichen Baumschnitt. 60-70 Bäume werden in ca. 150 Arbeitsstunden erfasst.
  • das anfallende Reisig wird in Haufen versorgt, in denen Neuntöter brüten. (15 Arbeitsstunden)
  • Die Wiesen werden mit dem BUND-eigenen Balkenmäher unter Mithilfe durch einen Landwirt gepflegt (12 Stunden)
  • Die jährliche Nistkastenkontrolle übernimmt die Kindergruppe (2,5 Stunden)
  • Für die Storchenplattform stellt die Kinderguppe mit dem Zivi Reisigringe her (4,5 Stunden)
  • Ende August bis Ende Oktober ist Erntezeit. Fallobst wird gelesen, reife Äpfel am Baum gepflückt. Je nach Jahrgang werden zwischen 12 und 20 Tonnen geerntet. 15- 20 ehrenamtliche Helfer tun dies in zahlreichen Arbeitsstunden. Die Grundschule Leimbach leistet Erntehilfe. 

Baumschnitt-Kurse - Fortbildung für Streuobst-Besitzer

Zwei Mal im Jahr bietet der BUND die Möglichkeit den richtigen Schnitt von Hochstammbäumen zu lernen. Im Frühjahr und im Herbst wird an jeweils zwei Samstagen der Schnitt von Kernobstbäumen bzw. Kirschbäumen in Theorie und Praxis erläutert. Anschließend können die Teilnehmer selber üben.

Tag der Einheit - Streuobsttag

Immer am 3. Oktober richten die Markdorfer und Friedrichshafener gemeinsam das Streuobstfest im Museum Weilermühle aus. Eine gute Gelegenheit, die Bevölkerung an das Thema heranzuführen. Angesprochen werden vor allem Familien. Eine kleine Mosterei zeigt, wie der Apfel in die Flasche kommt.

Eine Ausstellung zeigt viele verschiedene Apfelsorten. Die Besucher dürfen nicht nur schauen, sondern auch probieren. Pomologen geben Auskunft zu den unterschiedlichen Sorten.

Kontrolle sichert die Qualität

Nach über 20 Jahren ist das Markdorfer Apfelsaft Projekt etabliert und weitgehend ein Selbstläufer. Der BUND unterstützt es weiterhin und sichert die Qualität durch jährliche Kontrollen. Untersucht wird, ob gerodete Bäume ersetzt werden, ob Neupflanzungen den Anforderungen entsprechen, ob die Bäume (richtig) geschnitten wurden, ob Pestizide eingesetzt wurden und ob sich im Saft Rückstände befinden.

Dazu werden Stichproben von Blättern genommen und auf Pestizide untersucht. Apfelsaftflaschen werden daraufhin überprüft, ob faule Äpfel verarbeitet wurden, ob der Saft pur ist oder verdünnt wurde. Auch diese Arbeit leisten Ehrenamtliche.

15 000 Hochstämme ausgegeben

Um den Bestand an Hochstämmen zu sichern, organisiert der BUND Markdorf seit mehr als 20 Jahren im November eine Hochstammaktion. Im Vorfeld wird die Aktion in der Presse angekündigt, die Kunden - Landwirte und Privatpersonen - können sich dort über Sorten, Pflanzung, Standort und Schnitt beraten lassen, Wünsche äußern, die Lieferungen mit den Lieferanten abstimmen und schließlich den Verkauf organisieren.

Durch Großbestellungen von meist weit über 600 Exemplaren kann der BUND im Preis stark herabgesetzte Bäume anbieten und so die Nachpflanzung unterstützen. Mit 28 Apfel-, 16 Birnen-, 9 Kirsch-, 6 Zwetschgen- und Mirabellensorten führt der BUND ein vielfältiges Sortiment an alten Hochstammsorten - und sorgt so für den Erhalt artenreicher Wiesen.

Über 15 000 der Bäume, die bislang zur Nachpflanzung ausgegeben wurden, machen die Streuobstaktion des BUND Markdorf zu einer Erfolgsgeschichte.



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