BUND Korntal-Münchingen: Erfolg verpflichtet

1984 wurde der BUND Korntal-Münchingen von Manfred Hellberg gegründet. Der Schwerpunkt der Umweltarbeit lag auf Pflanzung und Pflege von Feldgehölzen und (Obst-)Bäumen. Im Oktober 2009 feierte der Ortsverband sein 25-jähriges Bestehen und blickte auf eine Reihe erfolgreicher Aktivitäten zurück - auch im Bereich Streuobst.

Den Anfang machte eine Bestandsaufnahme

Streuobstwiese_BUND Korntal

Von 1987 bis 1989 hatte der BUND die ‚Alte Halde’, eine 14 Hektar große Obstbaumwiese östlich von Korntal, kartiert. Aus dieser Arbeit entstand eine Dokumentation zum Schutz und zum Erhalt der Kulturlandschaft Streuobstwiese. Das Buch „Streuobstwiesen – Alte Halde Korntal“ von Rudolf Breunlin wurde 2000 Mal verkauft und fand große Beachtung bei Behörden und Verbänden. Schließlich erreichte der Ortsverband, dass die Alte Halde 1994 unter Landschaftsschutz gestellt wurde und nicht, wie so viele andere Streuobstwiesen, als Bauland ausgewiesen wurde. Dieser Erfolg motiviert seither die Aktiven, sich weiter für den Erhalt von Streuobstwiesen einzusetzen: Zusammen mit der Gemeinde und den beiden örtlichen Obst- und Gartenbauvereinen unterstützen sie die Grundstücksbesitzer bei der Pflege ihrer Streuobstwiesen. Außerdem pflanzen und pflegen die Aktiven selbst immer wieder Hochstämme auf Gemeindegebiet.

Genial: der „Genpool Alte Obstsorten“

Ausstellung_AlteSorten_BUND Korntal

2003 lud der BUND Korntal-Münchingen die örtlichen Umweltschutzvereine und die Kommune ein, am Projekt „Genpool Alte Obstsorten“ mitzumachen. Unter der Leitung von Streuobst-Expertin Zorika Dierolf (BUND KV Ludwigsburg) kartierten sie besondere Obstbäume auf der Korntaler Markung. Von 20 besonders erhaltenswerten Sorten schnitt Zorika Dierolf Reiser, die in Baumschulen vermehrt wurden. Krönender Abschluss der Aktion war die Obstausstellung 2006 mit über 300 Apfel- und Birnensorten im Rathaus Korntal, gefolgt von einer gemeinsamen Pflanzaktion mit Stadt, Gartenbauvereinen, NABU und dem Schwäbischen Albverein. Ein ehemaliger Acker wurde zur neuen Obstbaumwiese – mit 45 ‚alten’, besonders wertvollen Streuobstbäumen.

Neuer Service belebt Süß-Most-Tradition

Mobile Obstpresse_BUND Korntal

Weil Streuobstwiesenbesitzer ihr Obst kaum wirtschaftlich verwerten können, haben sie wenig Interesse, die Obstbäume zu pflegen und zu erhalten. Alte Bäume werden gefällt, aber nicht mehr nachgepflanzt. Eine Lösung des Problems sind mobile Obstpressen. Der Tipp kam wiederum von Streuobstexpertin Zorika Dierolf. Die mobilen Allrounder waschen, zerkleinern, pressen, erhitzen und füllen zum Schluss den fertigen Saft in handliche 5 Liter Vakuumboxen.  So lassen sich auch relativ kleine Mengen verwerten – und die Baum-Besitzer und Streuobst-Pflücker können im Herbst und Winter den Saft von den eigenen, ungespritzten Bäumen genießen.

Vom Test zur erfolgreichen Aktion

Aktionstag_BUND Korntal

Bevor die Aktiven die Idee umsetzten, testeten sie das Angebot in der Praxis. Im Herbst 2007 sammelten sie mehrere 100 Kilogramm Obst von gemeindeeigenen Obstwiesen und füllten sie im Nachbarort Eberdingen in vierzig 5 Liter-Saftboxen. Eine Verkostung überzeugte den Gemeinderat. So bekam der BUND 2008 den Bauhof mit allen technischen Einrichtungen unentgeltlich zur Verfü-gung gestellt. Mit Plakaten und Infoständen, unterstützt von Hinwei-sen in der lokalen Presse, informierte der BUND die Stücklesbesitzer. Der Zuspruch war so riesig, dass gar nicht alle Interessenten zum Zug kamen. Aus 5,3 Tonnen Äpfel wurden an einem Samstag in der gemieteten Presse 3.500 Liter Saft. Die Leute waren begeistert, auch weil sie selbst mit anpacken konnten. Familien nutzten die Gelegenheit zum Familienausflug und brachten Apfelkuchen mit. Eine ganze Schulklasse der Grundschule Zuffenhausen hatte aus selbst gelesenen Äpfeln ihren eigenen Saft gepresst – und in „Apfelbüchern“ ihr Projekt dokumentiert.

Den Trester verfütterte ein Landwirt an seine Tiere.

Weitere Aktionen rund ums Streuobst

  • Besichtigung einer Ökosafterei und Obstschnaps-Brennerei in Altbach (Kreis Esslingen)
  • Große Pflanzaktion mit dem Obst- und Gartenbauverein: 50 Hochstämme auf den Greuterwiesen (Naturschutzgebiet)
  • Exkursion zum Streuobstpfad in Weinstadt-Schnait (Rems-Murr-Kreis) 
  • Ferienprogramm mit Kindern und Jugendlichen zum Thema Streuobstwiese


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