BUND Bad Bellingen/Schliengen: Der mit dem Apfelwiebli – ein besonderer Tropfen aus dem Markgräfler Land

Die Arbeitsschwerpunkte des BUND Bad Bellingen-Schliengen sind seit der Gründung 1981 die Pflege der örtlichen Biotope und der Vogelschutz. Zwischen 580 und 630 Stunden jährlich wenden die 15 Aktiven der Ortsgruppe dafür auf.
Unter den Biotopen befinden sich auch einige Streuobstwiesen - über einen Hektar insgesamt.  Die Pflege einer Streuobstwiese ist vielfältig: Es gilt Bäume zu schneiden und neu zu pflanzen, die Wiesen müssen gemäht und das Schnittgut abtransportiert werden. Im Herbst werden die Äpfel der eigenen oder gepachteten Wiesen gelesen, an mehreren Sammelterminen wird ungespritztes Obst anderer Wiesenbesitzer angenommen. Daraus wird dann der Schliengener Apfelsaft gekeltert, dessen Etikett das von einer Schliengener Künstlerin entworfene „Apfelwiebli“ ziert.

Der Einsatz lohnt sich: Auf der Streuobstbörse 2007 in Ludwigsburg wurde der Streuobstsaft getestet und erhielt viel Lob. Er erreichte den 9. Platz unter 64 Produkten. Für Farbe, Geschmacksausprägung und Harmonie erhielt das Naturprodukt 18 von 20 möglichen Punkten – neben den badischen Weinen ein weiterer, besonderer Tropfen aus dem Markgräfler Land. 

Direktsaft aus Schliengen - regionaler geht's nicht

Der Vorsitzende des BUND Bad Bellingen/Schliengen Wilfried Vollmer und Arno Thalheimer von der Lokalen Agenda 21 - Gruppe "Umwelt und Wirtschaft" haben das Schliengener Apfelsaft-Projekt 1999 ins Leben gerufen und entwickeln es seitdem ständig weiter.

Die Ortsgruppe findet für ihre Aktionen Unterstützung vor Ort. Bei den Pflegearbeiten an den Hochstämmen arbeitet sie mit behinderten Menschen der Kanderner Werksiedlung St. Christoph zusammen, bei der herbstlichen Apfelernte helfen zahlreiche Freiwillige. Gekeltert wird in der Privatmosterei Ginko im benachbarten Sulzburg. Gelagert wird der Saft bei der Winzergenossenschaft Mühllheim/Schliengen.  

Finanziell gefördert wird der BUND außerdem durch den ortsansässigen Naturbackwarenhersteller Mayko. Die Gemeinde Schliengen hat außerdem die Trägerschaft des Projektes übernommen. Sie übernimmt die Kosten für die Herstellung und Etikettierung. Vom Verkaufserlös werden Maßnahmen zum Erhalt der Streuobstwiesen finanziert.

Streuobstwiese - Lebensgrundlage für alle

Allen Streuobstwiesenbesitzern, die ihre Äpfel beim BUND abgeben, bezahlt der BUND einen Aufpreis auf den marktüblichen Satz. Damit sollen sie motiviert werden, ihre Streuobstwiesen zu pflegen und zu erhalten. Ortsverbands-Vorsitzender Wilfried Vollmer erklärt, warum dies wichtig ist: "Im Vergleich zu Obstplantagen gibt es auf Streuobstwiesen bis zu 20 verschiedene Vogelarten mehr." Er bewertet die  Landschaft langfristig als eine Lebensgrundlage für alle, weshalb Witschaftlichkeit allein nicht oberste Priorität haben darf.

Ein sehr selten gewordener Bewohner von Streuobstwiesen, der in wirtschaftlich profitablen Obstplantagen keinen Unterschlupf und Lebensraum findet, ist zum Beispiel der Steinkauz. Der BUND Bad Bellingen/Schliengen ist stolz, dass es 2007 gelang, Steinkäuze wieder anzusiedeln.



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