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Natura 2000-Gebiete in der EU, in Deutschland und in Baden-Württemberg

Bild: BUND
Wässerwiesen im Natura 2000-Gebiet Weitenried.

Die Mitgliedsstaaten haben der EU gut 25 000 Natura 2000-Gebiete gemeldet, 21 475 FFH-Gebiete und 4 850 Vogelschutzgebiete (Stand: 12/2007). Diese nehmen ca. 20 Prozent der Landfläche ein. Deutschland hat der EU bislang 4 617 FFH-Gebiete mit einem Anteil von 9,3 Prozent der Landfläche - rund 3,3 Mio. Hektar - (Stand: 6/2007) und 734 Vogelschutzgebiete mit einem Anteil von 11,1 Prozent der Landfläche (Stand: 12/2007) gemeldet. Dazu kommen Meeresflächen und Anteile des Bodensees.

Aktuelle Informationen und Daten zu Natura 2000-Gebieten finden Sie beim Bundesamt für Naturschutz. Das Natura 2000-Barometer der Europäischen Kommission gibt eine Übersicht über die Meldungen von Natura 2000-Gebieten der EU-Mitgliedsstaaten.

Baden-Württemberg hat der EU 260 FFH-Gebiete gemeldet. Dies entspricht einer Fläche von rund 426 000 Hektar (11,6 Prozent der Landesfläche). Hinzu kommen 80 gemeldete Vogelschutzgebiete mit einer Fläche von rund 396 000 Hektar (10,9 Prozent der Landesfläche). In Baden-Württemberg sind nun insgesamt 17,3 Prozent der Landesfläche FFH-Gebiete oder bzw. und bedeutende Vogelgebiete nach Natura 2000 - die Flächen der beiden Schutzgebietstypen überlappen sich zum Teil.

Hirschkäfer-Männchen; Bild: BUND
Hirschkäfer-Männchen mit geweihartigen Oberkiefern, bevorzugt Laubwälder mit alten und morschen Eichen; Bild: Claus Wurst

Im Amtsblatt der Europäischen Union sind in der Ausgabe vom 15. Januar 2008 die neuen Rechtsvorschriften abgedruckt. Die Europäische Kommission hat hier zum ersten Mal die vollständigen Listen aller gemeldeten FFH-Gebiete der atlantischen, kontinentalen, borealen und pannonischen Region veröffentlicht, d.h. alle FFH-Gebiete, außer diejenigen der alpinen Region. Die deutschen FFH-Gebiete (Code des GGB - Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung - bzw. SCI-Code, engl.) sind aufgrund der alphabetischen Reihenfolge der Kürzel der Mitgliedstaaten rasch zu finden - deutsche FFH-Gebiete beginnen mit dem Kürzel "DE". Es gibt eine deutsche Version und eine englische Version (sehr umfangreiches Dokument, lange Ladezeiten am PC!).

Mit der Veröffentlichung der FFH-Listen durch die EU ist das Meldeverfahren für Deutschland nun endgültig abgeschlossen. Sie enthalten alle von Deutschland für die genannten biogeografischen Regionen gemeldeten Gebiete mit Ausnahme des Gebiets „Unterems und Außenems“, für das noch ein Urteil eines nationalen Gerichts aussteht.

Mit den Entscheidungen der Kommission vom November 2007 und der Veröffentlichung der Listen der „Gebiete gemeinsamer Bedeutung“ am 15. Januar 2008 ist zugleich das Zwangsgeldverfahren gegen Deutschland eingestellt. Die EU-Kommission hatte im April 2003 ein Verfahren eingeleitet, um ihrer Forderung nach einem Abbau der festgestellten Defizite bei der Meldung der FFH-Gebiete Nachdruck zu verleihen. Es wurde aber zugesagt, das Zwangsgeldverfahren ruhen zu lassen, sofern der von Deutschland vorgeschlagene Zeitplan zur Nachmeldung eingehalten würde. 2004 und 2005 unternahmen die Bundesländer erhebliche Anstrengungen, um den Aufforderungen nachzukommen und weitere FFH-Gebiete zu melden. Aber erst die Nachmeldung weiterer 18 Gebiete im Februar 2006 konnte sämtliche Defizite beheben.

Eine Übersicht über den aktuellen Stand der Umsetzung von Natura 2000 in Deutschland, den aktuellen Meldestand von FFH- und Vogelschutzgebieten sowie die dazugehörigen Übersichtskarten finden Sie beim Bundesamt für Naturschutz (BfN). Für die Umsetzung von Natura 2000 in den Meeresgebieten in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ, 12-200sm) sind nicht die Bundesländer zuständig, sondern das Bundesumweltministerium und das BfN. Unter "Habitat Mare Natura 2000" finden Sie wichtige ergänzende Informationen zu Natura 2000.

Angaben zu den baden-württembergischen Natura 2000-Gebieten finden Sie auf der Internetseite der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) und auf den Natura 2000-Seiten der Naturschutzverwaltung des Landes.



Foto: eyewire, Fotalia.com
Foto: Swetlana Wall, Foalia.com

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Christine Fabricius
Fon 0711 620306-14
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