"Sind wir noch zu retten?"

BUND-Vorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender (l.) und die Leiterin der Abteilung Politik und Kampagnen von Brot für die Welt, Danuta Sacher; Bild: BUND

Das haben der Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) und der baden-württembergische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im November 2008 auf ihrer Konferenz zur Zukunftsfähigkeit unseres Lebensstils gefragt. 150 TeilnehmerInnen diskutierten in der Stuttgarter Jugendherberge über Wirtschaftswachstum, Konsum und weltweite Konsequenzen. „Wir haben nur dann eine Zukunft, wenn die Politiker endlich damit aufhören, die Verantwortung für nachhaltiges Handeln allein auf die Verbraucher abzuwälzen. Der individuelle Konsum kann und wird die drängenden Zukunftsprobleme nicht lösen. Die Politik muss zügig Gesetze erlassen, die sich an ökologischen und sozialen Zielen ausrichten“, fasste die BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender das Ergebnis der Konferenz zusammen. „Zukunftsfähigkeit ist eine Frage weltweiter Gerechtigkeit. Menschen in armen Ländern leiden bereits jetzt erheblich an den Folgen unseres Lebensstils“ betonte Christa Hess, Vorstandssprecherin des DEAB.  Die Leiterin der Abteilung Politik und Kampagnen von Brot für die Welt, Danuta Sacher, ergänzte: „Es kann nur Zukunft für unser Land geben als Teil der Weltgemeinschaft. Zukunftsfähige Politik muss die globale Dimension im Blick haben und diese gestalten. Sie misst sich daran, dass auch die Ärmsten mit im Boot sind“.

Wir brauchen mehr ordnungspolitische Vorgaben, um ökologischer zu leben

"Nachhaltig leben und konsumieren – geht das überhaupt?“ fragte Ministerin a.D. Prof. Dr. Edda Müller, ehemals Vorstand der Verbraucherzentrale-Bundesverband. In ihrem Vortrag machte sie deutlich, dass sich der ökologische Zustand unserer Erde trotz aller Lippenbekenntnisse und mancher Fortschritte weiter verschlechtere. „Nachhaltig leben und konsumieren hat dann eine große Chance, wenn Wirtschaft und VerbraucherInnen sich gemeinsam dafür einsetzen. Für beides gibt es gute Beispiele“ betonte die Professorin. “Im Mittelpunkt stehen jedoch politische Schritte wie z.B. die Gleichstellung der Verbraucherrechte zu Freihandelsrechten im Rahmen der World Trade Organisation WTO. Es braucht mehr ordnungspolitische Vorgaben, z.B. im Bereich Verkehr oder zum Stand von technischen Geräten.“

Sechs Workshops zum nachhaltigen Lebensstil

Was bewegt Menschen zu einem nachhaltigen Lebensstil? Welche politischen Bedingungen brauchen sie, um nachhaltig konsumieren zu können? Und welche Konsequenzen fordert die Studie „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“ ein? In sechs Workshops diskutierten die Teilnehmer über Wege und Chancen zur Veränderung unseres Lebensstils und das Spannungsfeld individueller und politischer Verantwortung. Mit Improvisationen zum Konferenzgeschehen beendete die Theatergruppe Drama light aus Mannheim die Konferenz.

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