An der Übertragbarkeit von BSE auf Menschen bestehen keine begründetenZweifel mehr. Als Risikomaterial gilt vor allem Nervengewebe, aber auch verschiedene Drüsen wie die Mandeln. Ob BSE auch durch reines Muskelfleisch übertragen werden kann, ist noch nicht geklärt. Jedenfalls ist bei der bisher vorgeschriebenen Schlachtmethode (das Rückgrat wird gespalten, bei der Tötung mit dem Bolzenschussapparat wird das Gehirn verletzt) eine Kontamination im Schlachthof gut möglich. Für eine Übertragung über Milch oder Milchprodukte gibt es keinerlei Anhaltspunkte, sie gilt als äußerst unwahrscheinlich.
Das geringste Risiko, wenn auch keine absolute Sicherheit, bietet Fleisch aus Bio-Betrieben. Die Fütterung von Tiermehl war dort noch nie erlaubt. Der Einsatz von Milchaustauschern, die tierische Fette außer Milchfett enthalten, war bei den einzelnen Verbänden unterschiedlich geregelt, wurde aber spätestens 1994 verboten. Die Chancen, Bestimmungen zu umgehen, sind durch die ziemlich detailliert geregelten Kontrollen gering. Die Flächenbindung der Viehhaltung sorgt dafür, dass die Tiere weitgehend von der Betriebsfläche ernährt werden und wenig oder kein Futter zugekauft wird. Berichte über angebliche BSE-Fälle in deutschen Bio-Betrieben treffen nicht zu: In einem Fall wurde das betroffene Tier zwar auf einem Bio-Betrieb geboren, aber sehr jung an einen konventionellen Betrieb verkauft und dort mit konventionellem Milchaustauscher aufgezogen. Die - wenigen - BSE Fälle auf Bio-Betrieben in der Schweiz und England (dort etwa 250 von über 150 000) traten in Betrieben auf, die erst kürzlich umgestellt oder Tiere von konventionellen Betrieben zugekauft hatten.