40 Milliarden Euro pro Jahr – für wen?

Ackerbewirtschaftung, Bild: Pixelio.de

Die EU-Agrarpolitik verschlingt jährlich mehr als 40 Mrd. Euro. Diese werden sehr ungleich verteilt. Aufgrund der letzten verfügbaren Zahlen lässt sich sagen, dass nur 0,5 Prozent der Betriebe in Deutschland jeweils mehr als 300.000 Euro erhalten. 70 Prozent der Betriebe werden jeweils nur mit bis zu 10.000 Euro unterstützt. In Baden-Württemberg erhält nur ein so genannter landwirtschaftlicher Betrieb mehr als 300.000 Euro im Jahr: die Südzucker AG.

Der überwiegende Teil der EU-Gelder ist nicht an wirksame soziale und ökologische Kriterien gekoppelt. Einige rationalisierte flächenstarke Betriebe kommen auf Prämienzahlungen von umgerechnet bis zu 120.000 Euro je Arbeitskraft, während der Durchschnitt der Betriebe weniger als ein Zehntel davon je Arbeitskraft erhält.

Diese Verteilung der Gelder bringt mehr Verlierer als Gewinner mit sich.
Die Verlierer sind:

  • kleinere Betriebe, die ums Überleben kämpfen,
  • die Umwelt, die unter den Folgen der Intensivlandwirtschaft leidet,
  • die Kleinbauern in den so genannten Entwicklungsländern, die mit den billigen, subventionierten Lebensmitteln aus der EU nicht konkurrieren können.

Während Großbetriebe mit Riesensummen unterstützt werden, fehlt das Geld für die Agrarumweltprogramme und für die Förderung des Ländlichen Raums.

Was tun?

  • Die Flächenprämien müssen an soziale und ökologische Kriterien gebunden werden.
  • In weit größerem Umfang als bisher müssen Mittel aus der 1. in die 2. Säule, also von den Direktzahlungen in die Förderung des Ländlichen Raums, umgeschichtet werden.

Die Agrarverbände-Plattform, bei der der BUND mitarbeitet, hat eine Internetseite zur EU-Agrarpolitik eingerichtet: www.die-bessere-agrarpolitik.de. Dort finden Sie allgemeinverständliche Erläuterungen zur EU-Agrarpolitik, Presseerklärungen, Stellungnahmen der Verbände und aktuelle Meldungen.

Wir brauchen Transparenz

Die extreme Schieflage bei der EU-Agrarförderung konnte nur Bestand haben, weil niemand die Nutznießer kennt. Das zu ändern, hat sich die "Initiative für Transparenz bei Agrarsubventionen" zum Ziel gesetzt. Sie wird von 30 Organisationen unterstützt, unter anderem vom BUND-Bundesverband.



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