Netze und Speicher

Der Umbau der Netze und Schaffung von Speichermöglichkeiten sind zentrale Bestandteile der Energiewende, Bild: StuhiImage / Flickr (cc)


Mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien wird das Energieversorgungssystem nun auf den Kopf gestellt. Bislang erfolgte die Stromerzeugung im Wesentlichen in Großkraftwerken, in denen die verschiedenen Primärenergieträger Kohle, Erdgas, Erdöl und Uran in Strom und Wärme umgewandelt wurden. Diese Kraftwerke wurden in der Nähe von Industrie und Ballungszentren gebaut, damit der Weg zu den Verbrauchern möglichst kurz ist. Nun findet die Energieerzeugung zunehmend in vielen dezentralen Einheiten statt und die Anlagen sind größtenteils im ländlichen Raum angesiedelt. Zudem gibt es eine überproportional starke Nutzung der Windkraft in Nord- und Ostdeutschland sowie der Photovoltaik in Süddeutschland.

Dezentrales Energiesystem braucht angepasste Stromnetze und Speicherkonzepte

Diese Transformation des Energiesystems stellt eindeutig neue Anforderungen an die Stromnetze, die deshalb um- und ausgebaut werden müssen. Dies gilt nicht nur für die Übertragungsnetze (Fernleitungen) sondern auch für die regionale und lokale Struktur der Stromverteilungsnetze. In welchem Umfang der Netzausbau tatsächlich erforderlich ist hängt stark von den Annahmen der zukünftigen (fossilen) Erzeugungskapazitäten ab. Entscheidend ist deshalb, dass der Ausbaubedarf transparent und auf der Basis nachvollziehbarer Energieszenarien erfolgt. Dies war und ist ein zentrales Manko in den bisherigen Netzplanungen, die von der Deutschen Energieagentur (dena) federführend erarbeitet wurden.

Auch der Aspekt der Energiespeicherung muss neu betrachtet werden. Wind- und Sonnenenergie sind nicht konstant verfügbar und schwanken je nach Wetterbedingungen. Dies erfordert sowohl kurzfristige Ausgleichsmöglichkeiten als auch saisonale Speicherkonzepte, die auch längere Windflauten oder wolken- und nebelreiche Wetterlagen überbrücken können. Vorhandene Speicher können derzeit das Speichervolumen für die Erneuerbaren Energien abdecken, perspektivisch werden aber zusätzliche Speicherkapazitäten gebraucht. Trotzdem gilt es, jedes Projekt kritisch zu betrachten, da sowohl Speicherbauwerke als auch der Netzausbau mit teils gravierenden Eingriffen in Natur und Umwelt verbunden sind.



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