Kraft-Wärme-Kopplung - eine unterschätzte Technik

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist eine sehr effiziente und zugleich die am meisten unterschätzte Form der Energiegewinnung. Prinzip der KWK ist es, bei der Umwandlung eines Primärenergieträgers Strom und Wärme gleichzeitig zu nutzen. In den Kraftwerken wird also der entstehende Strom eingespeist und zugleich die anfallende Wärme zum Beheizen von Gebäuden oder für industrielle Prozesse verwendet.  Bei größerer Entfernung eines Kraftwerks von den entsprechenden Siedlungen ist dazu ein Fernwärmenetz nötig. 

Durch die kombinierte Nutzung der elektrischen und der Wärmeenergie erreichen Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung einen sehr hohen Wirkungsgrad. Ein weiterer großer Vorteil der KWK besteht darin, dass sie auch in kleinen und mittelgroßen Kraftwerken eingesetzt werden kann. Diese Blockheizkraftwerke (BHKW) können näher am Ort des Wärmeverbrauchs stehen, etwa in den Kellern von Häusern oder Wohnblöcken, wodurch die aufwendige und verlustreiche Leitung der Wärme über weitere Entfernungen entfällt.

BHKW sind hocheffizient und passen in jeden Gebäudekeller, Bild: Marcel Mayer / Flickr (cc)

Sinnvolle Ergänzung der Erneuerbaren

Kleine und mittelgroße BHKW, die relativ flexibel hoch- und heruntergefahren werden können, eignen sich hervorragend als Ergänzung des fluktuierenden Stroms aus Windenergie- und Solaranlagen. In dieser Funktion würde sich ihr Betrieb nicht wie bislang üblich am Wärmebedarf, sondern am anfallenden Strombedarf orientieren, was eine Ergänzung der Anlagen mit einem Wärmespeicher sinnvoll macht. Ein bekanntes Modell für den großflächigen Einsatz von BHKW mit Wärmespeicher ist das ZuhauseKraftwerk der Firma Lichtblick mit einem Gesamtwirkungsgrad von über 90 %. Werden viele kleine dezentrale Erzeugungseinheiten gemeinsam gesteuert, spricht man auch von einem virtuellen Kraftwerk.

Die KWK hat in Deutschland für die nächsten Jahre ein großes Potenzial und bringt einige entscheidende Vorteile mit: Flexibel regelbare BHKW sind derzeit eine deutlich kostengünstigere Alternative zu allen diskutierten Speichertechnologien, da sie den benötigten Strom jederzeit auch kurzfristig zur Verfügung stellen können. Außerdem sind sie hocheffizient und relativ schnell realisierbar. Daher können sie für die nächsten Jahre sinnvolles Element eines dezentralen Energiesystems sein und dafür sorgen, dass weniger neue Stromleitungen gebaut werden müssen.

Novelle des KWK-Gesetzes

Wegen dieser Vorteile sollten die Potenziale der KWK auch im Rahmen der Energiewende stärker ausgeschöpft werden. Das KWK-Gesetz wurde 2012 noch einmal novelliert und die Einführung von Wärmespeichern einbezogen. Im Gesetz ist außerdem eine Zielvorgabe für einen Anteil von KWK-Strom an der gesamten Strommenge von 25 % festgeschrieben. Allerdings ist die geplante finanzielle Förderung für den Einbau von Wärmespeichern noch zu niedrig. Der BUND schlägt die Einführung eines „Ausgleichsbonus“ vor, der dann gezahlt wird, wenn KWK-Anlagen in wind- und sonnenarmen Zeiten die Stromlücke füllen. Nach wissenschaftlichen Berechnungen ist eine zeitlich flexible Erhöhung des Einspeisetarifs um 2 ct / kWh ausreichend, um die Investitionen für den Bau von Wärmespeichern und die geringeren Laufzeiten der „Ergänzungsanlagen“ wirtschaftlich attraktiv zu machen.

Weitere Informationen finden Sie im BUND-Strategiepapier Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung



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Franz Pöter, Fotoautor: BUND BW/F. Müller

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