Fracking in Deutschland - Planung und Widerstand

In Deutschland werden größere Erdgas-Vorkommen in unkonventionellen Lagerstätten vor allem in Niedersachsen und Teilen Nordrhein-Westfalens vermutet. Auch in der Region Bodensee-Oberschwaben in Baden-Württemberg wurden bereits Genehmigungen zur sogenannten Aufsuchung erteilt, bei der die Unternehmen zunächst bereits vorhandene Daten auswerten und die Gebiete vor einem späteren Zugriff durch Konkurrenten sichern.

Genehmigung nach Bergrecht

Rechtlich unterliegt die Erdgasförderung dem Bergrecht und den Regelungen des Bundesberggesetzes (BbergG), die Planungen werden durch die Behörden der Bezirksregierung begleitet, die auch die jeweiligen Genehmigungen erteilt. In Baden-Württemberg ist dies das Regierungspräsidium Freiburg mit dem zuständigen Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB). Während die Behörden nach eigenen Angaben gemäß BbergG unter bestimmten Bedingungen die Erlaubnis zur Aufsuchung von Vorkommen erteilen müssen, ist für konkrete Erkundungs- und Fördermaßnahmen eine Zulassung des Betriebsplans notwendig, in dem die geplanten Maßnahmen sachlich, zeitlich und räumlich konkret beschrieben werden.

Auch in Deutschland heftig umstritten

An vielen Orten regt sich Widerstand gegen Fracking. Die Risiken sind unkalkulierbar, weshalb sich Bürgerinnen und Bürger der betroffenen Regionen dagegen wehren. Der BUND lehnt Fracking ab und fordert ein umfassendes Verbot.

Auch die Politik hat die Brisanz erkannt: Viele Politikerinnen und Politiker aus den verschiedenen Parteien stehen der Fracking-Technologie sehr skeptisch gegenüber, die Landesregierung Nordrhein-Westfalens hat ein faktisches Moratorium erlassen und eine Bundesratsinitiative für ein deutschlandweites Moratorium gestartet.

Auch die Regierung in Baden-Württemberg sieht das Fracking kritisch und hat sich an verschiedenen Stellen gegen Erkundungen in der Bodensee-Region ausgesprochen, ein Moratorium wurde jedoch nicht verhängt. Im Dezember 2013 prüft das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Absprache mit dem Landesumweltministerium einen Antrag für die Verlängerung der Fracking-Konzessionen. Der BUND fordert, dass die Konzessionen keinesfalls verlängert werden und legt ein Gutachten vor, das das Versagen der Konzessionen juristisch untermauert:

Sowohl vom Bundesumweltministerium als auch vom Land Nordrhein-Westfalen wurden umfassende wissenschaftliche Studien zum besseren Verständnis der Fracking-Risiken in Auftrag gegeben. Diese wurden im Herbst 2012 veröffentlicht:

Auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen hat sich mit Fracking auseinandergesetzt. In einer 2013 veröffentlichten Stellungnahme kommt er zu der Schlussfolgerung, dass diese Technologie energiepolitisch nicht notwendig ist und wegen der bestehenden Wissenslücken nicht zugelassen werden sollte: 



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