Energiewende braucht mehr Energieeffizienz

Bekanntes Symbol für Energieeffizienz: Energielabel der EU, Bild: Chris828 / Wikipedia (cc)

Energieeffizienz ist eine sofort verfügbare, wirtschaftliche, saubere und sichere Energieressource. Viele Maßnahmen und Investitionen etwa zur Stromeinsparung zahlen sich in der Regel nach wenigen Jahren aus. Alleine durch die Umsetzung der wirtschaftlich lohnenswerten Stromeffizienzmaßnahmen würden bis 2020 mehr als 20 % des Stromverbrauchs eingespart werden. Auch bei der Stromerzeugung kann durch die Anwendung des Prinzips der Kraft-Wärme-Kopplung der Wirkungsgrad erheblich gesteigert werden.

Spielräume für die Bundesländer

Die wichtigsten Effizienzvorgaben werden von der Europäischen Union festgelegt und auf Bundesebene in nationales Recht umgesetzt. Trotzdem haben die Bundesländer eigene Möglichkeiten, mehr im Bereich der Energieeffizienz zu tun. Baden-Württemberg kann hier eine Vorreiterrolle einnehmen, indem gezielt Anreize zum Einsatz energieeffizienter Technik geschaffen und die Einhaltung von Vorgaben kontrolliert wird. Nicht zu unterschätzen ist auch die Vorbildfunktion des Landes. Durch die energetische Sanierung der landeseigenen und kommunalen Gebäude, die Beschaffung und den Einsatz von effizienter Technik und die Einführung von Umwelt- und Energiemanagementsystemen kann das Land Vorbild für Unternehmen, Institutionen und Privathaushalte sein. Die öffentlichen Träger dürfen sich dabei nicht an Mindeststandards orientieren, sondern an dem nach heutigem Stand bestmöglichen Standard.

Alte Heizungspumpen vergeuden unnötig Energie, Bild: Cschirp / Wikipedia (cc)

Effiziente Heizungspumpen - eine Investition, die sich lohnt

Ein konkretes Beispiel ist der Austausch von Heizungspumpen, denn diese Pumpe gehört häufig zu den größten Stromverbrauchern im Haushalt. Es gibt in Baden-Württemberg schätzungsweise rund 3 Millionen Heizungspumpen. Davon sind 80 Prozent ungeregelt, sie pumpen also unabhängig vom tatsächlichen Bedarf laufend Wasser durch Heizungs- und Warmwasserrohre.  Durch den Einbau einer modernen, geregelten Hocheffizienzpumpe, die bedarfsgerecht arbeitet, werden Stromverbrauch und Stromkosten deutlich reduziert. Im Privathaushalt können das bis zu 150 Euro pro Jahr sein. Bei Investitionskosten von rund 300 Euro rechnet sich der Pumpentausch je nach Handwerkerleistung nach rund zwei bis vier Jahren. Dass trotz hoher Rentabilität solche Maßnahmen nicht angegangen werden, liegt häufig an fehlenden Informationen.

Rebound-Effekt: Effizienz genügt nicht

Dass der Gerätetausch dennoch häufig nicht zu den erwarteten Energiereduktionen führt, liegt an den sogenannten Rebound-Effekten. Steigende Komfortansprüche können zu Verbrauchssteigerungen führen. Ein Beispiel: Der Kauf eines neuen, effizienten Fernsehgeräts reduziert den Stromverbrauch deutlich. Wird jedoch ein größerer Bildschirm gewählt, verringert sich die Differenz zum bisherigen Gerät. Ein XXL-Gerät benötigt beispielsweise trotz Effizienzklasse A+ immer noch fast doppelt so viel Strom wie ein Top-Gerät mit 80 cm Bildschirmdiagonale. Neben Effizienz muss deshalb auch die Suffizienz – also die Genügsamkeit – politisch thematisiert werden, um dem übermäßigen Verbrauch von Gütern, Rohstoffen und Energie Einhalt zu gebieten. 

Hohe Akzeptanz

Insgesamt betrachtet haben Effizienzstrategien eine hohe Akzeptanz, da sie meist umsetzbar sind, ohne dass Bedürfnisse und Gewohnheiten eingeschränkt werden müssen. Das Erreichen der Einsparungsziele ist eine Grundvoraussetzung für das Gelingen der Energiewende.

Erfolgreicher Top-Runner-Ansatz

Mit dem Top-Runner-Modell ist ein gut funktionierendes Instrument verfügbar, das in Japan bereits erfolgreich umgesetzt wurde. Dem Modell liegt das Prinzip zugrunde, dass die effizientesten Produkte auf dem Markt für kommende Produktgenerationen zum Maßstab werden, während ineffiziente Geräte nicht mehr angeboten werden dürfen. Der BUND schlägt in seiner Top-Runner-Studie weitere Instrumente vor, um den Top-Runner-Ansatz der EU für die ambitionierten Energiesparziele in Deutschland zu ergänzen.



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Franz Pöter, Fotoautor: BUND BW/F. Müller

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