Sich aufeinander einlassen

Jede Gruppe braucht ein gewisses Maß an gegenseitigem Vertrauen, um handlungsfähig zu sein. Diese Spiele helfen, Sicherheit und Unterstützung durch die Gruppe zu erfahren.

Die Welle

  • Hintergrund: Vertrauensspiel , fortgeschritten
  • Ort: Halle oder auf einer Wiese
  • Dauer: etwa 20-30 Minuten
  • Gruppengröße: 10-30 Personen
  • Material: evtl. eine Tasche oder Korb, um Schmuckstücke oder Uhren aufzubewahren
    für die Variante: Schaumstoffschläger
  • Vorbereitung: Erklärung des Spieles so lange wie möglich im Kreis
    Evtl. eine Geschichte als Einleitung erzählen ( z.B. „Du weißt schon wer“ hat alle Zauberlehrlinge in schlagende Weiden verwandelt und nur Harry Potter auf seinem unsichtbaren Besen kann sie retten, wenn er es schafft
    durch die Magische Steinschlucht  zu fliegen...).
    Aus Sicherheitsgründen sollten alle Uhren und Ringe vor dem Spiel eingesammelt werden.
  • Durchführung: Für den Anfang etwa 3 Freiwillige aussuchen. Die anderen Teilnehmer sollen sich in einer Gasse aufstellen. Der Abstand zwischen beiden Reihen sollte eine Armlänge betragen. Nun wird die Gasse durch das Ausstrecken der Arme geschlossen. Auf gerade Linien achten.
    Bevor die Freiwilligen „loslegen“ können die Spielleiter einen Testlauf durchführen und dabei den Abstand und die Aufstellung überprüfen.  Hierzu stellt sich der Läufer etwa 10 m in Fluchtrichtung der Gasse auf.
    Vor dem Loslaufen muss ein klares Ritual durchgeführt werden, bei dem die Gruppe ihre Bereitschaft signalisiert und die Läuferin dann den Start ihres Laufes ankündigt. z.B.: fragt die Läuferin die Mitspieler:"fertig?" – erst wenn die Gruppe einstimmig „fertig“ antwortet, beginnt der Count down 3,2,1 ...los!  Der Spielleiter kann dieses akustische Signal durch ein optisches ergänzen (z.B.: ein Tuch erst über dem Kopf schwenken, beim Start senken).
    Erreicht die Läuferin die Gasse, reißen die Mitspieler nacheinander ihre Arme kurzfristig in die Höhe und geben somit die Passage frei. Unmittelbar danach senken sie die Arme wieder, so dass eine Art Wellenbewegung entsteht.
  • Kommentar: Die Spannung wird bei dieser Übung durch zwei kritische Entscheidungen erzeugt:
    ° Die Mitspieler müssen die Arme auf jedem Fall rechtzeitig hochreißen, um die Läuferin nicht zu treffen. Andererseits sollten sie das so lange hinauszögern, wie es ihnen sicher erscheint.
    Die Läufer haben den Eindruck auf eine geschlossene Wand zuzulaufen
    ° Die Läuferin kann ihre Geschwindigkeit selbst bestimmen. Möglich ist also alles vom Gehen bis zum Sprinten.
    Aus Sicherheitsgründen muss eine Erhöhung des Tempos während des Laufes ausgeschlossen werden.
    Im Zweifelsfall immer in Richtung Sicherheit gehen und dies auch so vermitteln.!
    Ein zweiter Versuch, bei dem das Risiko etwas gesteigert werden kann, ist sinnvoll.
  • Hinweis: Bei größeren Gruppen ist vor allem darauf zu achten, dass sich die weiter hinten in der Gasse befindenden Spieler voll auf die Ankunft der Läufer konzentrieren.  Bei zu großen Gruppen evtl. nur eine begrenzte Anzahl von Läufern wählen.
    Es hat sich als sinnvoll erwiesen am Ende der Gasse einen zweiten Teamer einzusetzen. Rucksäcke u.ä. sollten aus dem Auslaufbereich entfernt werden. Störrungen haben Vorrang ( Beispiel Hund frisst Butter)- da die
    Aufmerksamkeit der Gruppe dadurch abweicht.
  • Variante: Schaumstoffschläger versperren den Weg ( statt der Arme)
     Kann evtl. als Vorbereitung gespielt werden.

Das Pendel

  • Hintergrund: Einführung in Vertrauensspiele
  • Material: keine Materialien erforderlich
  • Ort: Wiese oder Raum (wenn vorhanden auf Matten)
  • Durchführung: Es bilden sich Gruppen von je 3 Personen. Ein Spieler stellt sich zwischen seine Mitspieler und schließt die Augen. Die Mitspieler stellen sich anfangs etwa eine Armlänge vom mittleren Spieler entfernt auf. Der mittlere Spieler mit den geschlossenen Augen soll nun wie ein Pendel langsam zwischen den anderen Spielen hin und her pendeln. Hierzu lässt er sich steif wie ein Brett langsam nach vorne fallen. Seine Arme liegen hierbei am Körper an. Die Mitspieler fangen das „Pendel“ sachte auf und drücken es vorsichtig zum anderen Mitspieler.
    Der Abstand zum mittleren Spieler kann erhöht werden, sobald die Fänger spüren, dass der Pendler Vertrauen gefasst hat. Nach etwa 2 Minuten  wechseln, bis alle einmal "gependelt" sind.
  • Hinweis:  Auf einen sicheren Stand achten.  Bei dieser Übung sollte nicht gesprochen werden.

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Seilaktion- mit der Nasenspitze auf den Boden

  • Material:  Stabiles, nicht flexibles und je nach Gruppengröße langes Seil, evtl. ein Schaumstoffreststück 
  • Durchführung: Die Gruppe stellt sich in einem Kreis auf. Ein Spieler soll mit Hilfe der Gruppe in einem Seil "hängend" mit dem Gesicht so nahe wie es möglich ist Richtung Boden geführt werden. 
    Ein Teamer fixiert den Spieler mit dem Fuß, damit er nicht wegrutscht, der andere Teamer steht und kniet vor dem Spieler, um ihn notfalls auffangen zu können. 
    Die Gruppe stellt sich in die Mitte des Seilkreises (verknotet)  und legt das Seil etwa in Hüfthöhe hinter sich. Der Spieler lehnt sich mit dem Gesicht nach Außen in das Seil (Seil in Brusthöhe unter den Achseln verlaufend) und spannt den Körper an (Arme je nach Mut an der Seite angelegt).  Die Gruppe "legt" den Spieler vorsichtig in Richtung Boden ab. Der Spieler kann Kommandos geben (Stopp, zurück, vor...). Die Spieler versuchen möglichst nahe mit der Nase Richtung Boden zu kommen. Danach werden sie wieder "aufgestellt".
  • Hinweis:  Erdkuhlen bieten eine gute Standbasis.
            


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