Maßloser Flächenverbrauch durch Gewerbegebiete

Heilbronn, Konversionsfläche Gewerbegebiet Wohlgelegen, Bild: BUND

In einer groß angelegten Studie dokumentiert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erstmalig bundesweit Brennpunkte der Flächenverschwendung bei der Ausweisung von Gewerbegebieten. Die Ausgangslage ist alarmierend: Immer noch werden in Baden-Württemberg täglich 8,8 Hektar (2004) verbaut – eine Fläche so groß wie 13 Fußballfelder. Dies sind zwar rund 2 Hektar weniger als noch in den vergangenen Jahren - doch ist das kein Zeichen für eine Trendwende, bewirkt durch effektive Maßnahmen, sondern vielmehr ein Ausdruck der schwachen Konjunktur.

Durch die Ausweisung neuer Gewerbegebiete im Außenbereich unserer Städte und Gemeinden verliert Baden-Württemberg Stück für Stück sein Gesicht, gehen wertvolle Gebiete der traditionellen Kulturlandschaft verloren. Die ökologischen und ökonomischen Folgen des ruinösen kommunalen Wettbewerbs auf Kosten von Heimat, Landschaft und intakten Innenstädten werden immer deutlicher. Entgegen der politischen Absichtserklärungen lässt die längst überfällige Trendwende vor allem auf kommunaler Ebene noch immer auf sich warten. Nach wie vor werden zahllose Gewerbegebiete neu geplant und gebaut.

In der vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Studie "Gewerbeflächenausweisung und Flächenverbrauch - Beitrag zu einer naturverträglichen Siedlungsentwicklung" untersuchen der Bund Naturschutz in Bayern und die BUND-Landesverbände Baden-Württemberg und Thüringen die Ursachen und Folgen des maßlosen Flächenverbrauchs durch Gewerbegebiete. Durch die Analyse von 40 negativen Fallbeispielen aus den drei Bundesländern (14 Fallbeispiele aus Baden-Württemberg) zeigt diese bundesweite Studie erstmals, warum das Umwelt- und Planungsrecht in der Praxis häufig nicht greift und der Flächenfraß um sich schreitet. 11 positive Beispiele (4 Fallbeispiele aus Baden-Württemberg) belegen, dass es Alternativen zum ungehemmten Flächenverbrauch gibt und wie die Innenstädte durch Flächenrecycling gestärkt werden können.

Auf dem Gewerbeflächentag 2006 in Villingen-Schwennigen ging Dr. Dahlbender der Frage nach: "Sind die Grenzen des Flächenverbrauchs erreicht?"



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