Der Flächenverbrauch unserer Kommunen hat viele Ursachen. Eine sind wir selbst — mit unseren Wünschen und Vorstellungen vom Wohnen. Kurt Tucholsky hat unsere Ansprüche bereits 1927 treffend formuliert:
"Das Ideal: Ja, das möchte ich:
Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Spree, hinten der Kurfürstendamm;
Mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer sind die Alpen zu sehn -
aber abends zum Kino hab ich´s nicht weit."
Wir können den Flächenverbrauch nur dann reduzieren, wenn die
umgesetzt werden und wir unseren Lebensstil ändern. Wir müssen entscheiden, wie wir künftig bauen wollen.
In seiner Studie "Zukunftsfähiges Deutschland" (1996) hat der BUND in dem Leitbild "Gut Leben statt viel haben" beschrieben und begründet, warum die Lebensstile verändert und ein nachhaltiger Konsum nötig ist. Nur so können wir in Deutschland umwelt-, sozial- und generationengerecht leben und wirtschaften. Trotz Zielkonflikten und möglicher Brüche können veränderte Lebensstile und ein geringerer Konsum zu einer höheren Lebensqualität führen.
Der BUND fordert die Einstellung des Flächenverbrauchs bis 2010. Kritiker unterstellen dem BUND deshalb, die Siedlungsentwicklung und Eigentumsbildung verhindern zu wollen. Das ist nicht der Fall. Wir wollen erreichen, dass anders und intelligenter gebaut wird, und dies möglichst bald nur noch auf bereits besiedeltem Grund im Innenbereich der Kommunen. Die Fragen lauten also:
- Welche Form des Eigentums bilde ich?
- Wo baue ich?
- Wie baue ich?
- Welche neue Wohnform nutze ich?