Das Umweltbundesamt hat nachgewiesen, dass durch baureife Brachflächen in den Städten und Gemeinden ca. 50 Prozent des mittelfristigen Wohnraumbedarfs gedeckt werden können. Baureife Wiedernutzungsflächen sind ebenfalls so ausreichend vorhanden, dass der gesamte mittelfristige Bedarf an Gewerbeflächen bedient werden kann. Hinzu kommen noch die Potentiale im Bereich Nachverdichtung, Geschosserhöhung und die noch lange nicht ausgeschöpften Möglichkeiten der Altbausanierung und der Sicherung des Wohnungsbestandes im Innenbereich der Kommunen.
Wir brauchen keine fortgesetzte Versiegelung und Lebensraumzerstörung, um unser Bedürfnis nach Wohnraum und Arbeitsplätzen zu realisieren. Was wir stattdessen brauchen, ist eine veränderte Wohnraum- und Gewerbeansiedlungspolitik, die kreativ und umsetzungsorientiert die Möglichkeiten im Bestand der Kommunen realisiert und die Bevölkerungsentwicklung berücksichtigt.
Flächenverbrauch macht auch vor Erholungsräumen nicht halt: Im Jahr 2001 musste sich der BUND gegen Pläne der Landesregierung wehren, das Bodensee-Ufer offiziell zum "Verdichtungsraum" zu erklären. Ein Anstieg der Bau-Begehrlichkeit wäre zweifellos die Folge.
Dr. Brigitte Dahlbender