Unerwartetes Urteil

Anfang November 2006 fällt der VGH ein unerwartetes Urteil: In der belasteten Filderregion wird es keinen adäquaten Ausgleich für die erheblichen Eingriffe in die Natur geben, die durch den Bau der Landesmesse verursacht werden. Der BUND ist über das Urteil enttäuscht. Das Gericht hat darin die BUND-Klage gegen die Landesmesse im Berufungsverfahren zurückgewiesen: "Bei dem Urteil geht es nicht nur um Laufkäfer und Rebhühner. Sie stehen nur stellvertretend für den Umgang mit der Natur und Umwelt in unserem Land. Statt sich ernsthaft um den Naturschutz zu bemühen, hat sich das Gericht damit begnügt, die rechtlichen Mindeststandards einzuhalten", kritisiert der damalige BUND-Landesgeschäftsführer Michael Spielmann. Dabei habe das BUND-Gutachten bewiesen, dass vorbildliche Naturschutzstandards bei der Planung der Messe nicht berücksichtigt wurden. "Das Urteil bedeutet einen Rückschritt für den Naturschutz in Baden-Württemberg. In dicht besiedelten Gebieten gilt nun die Devise: Je größer der Eingriff in die Natur, desto geringer müssen die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen sein. Flächenversiegelung und Naturzerstörung sind weiter auf dem Vormarsch, trotz aller politischen Lippenbekenntnisse werden sie nicht bekämpft. Mit dem Urteil wird aus dem ,Schaufenster des Landes' ein ökologischer Billigheimer. Denn die Landesmesse ist weder ein Beispiel für vorbildlichen Naturschutz, noch für die Nutzung innovativer ökologischer Technologien, wie der Verzicht auf die ursprünglich geplante Solaranlage zeigt."



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