Flächenverbrauch endlich stoppen

Autobahnkreuz, Bild: BUND

Der tägliche Flächenverbrauch in Deutschland liegt mit leicht abnehmender Tendenz derzeit bei etwa 100 Hektar pro Tag (2010). Das heißt: Jede Sekunde zwölf Quadratmeter, jeden Tag 100 Fußballplätze, jedes Jahr ein Gebiet so groß wie zwei Drittel der Fläche des Bodensees: Das ist die Fläche, die in Deutschland zugebaut, betoniert oder geteert wird. Aber erst langsam entwickelt sich der Flächenfraß zu einem Thema in den Medien und politischen Gremien. Der BUND arbeitet unter anderem im Aktionsbündnis "Flächen gewinnen" daran, das Problembewusstsein für den Landverbrauch zu schärfen, der vor allem auch durch neue Gewerbegebiete forciert wird, wie eine bundesweit einmalige BUND-Studie ergab. Mit seiner ersten Verbandsklage gegen die neue Landesmesse versuchte der BUND den Flächenfraß auf den Fildern zu stoppen.

Um den Flächenverbrauch einzudämmen, muss auf allen politischen Ebenen gehandelt werden: In der Steuerpolitik, bei der Gemeindefinanzierung und Bauförderung sowie bei der Bauleitplanung muss umgedacht werden. Die Wiederverwertung von Flächen vor Ort muss künftig oberste Priorität haben. Um dies zu erreichen, müssen wir zunächst über Änderungen in unserem Lebensstil diskutieren. Die BUND-Landesvorsitzende, Dr. Brigitte Dahlbender, hat das Thema und die Forderungen des BUND in einer Serie von Fachartikeln aufbereitet. Für die Publikation "Die Gemeinde" hat die BUND-Landesvorsitzende 2008 einen Beitrag mit dem Titel "Siedlungsentwicklung – nicht nur ein Problem des Naturschutzes" verfasst.

Haben Sie Fragen zum Thema Flächenverbrauch? Wenden Sie sich an den BUND-Fachmann.

  • 2009 haben BUND und NABU landespolitische Strategien zur Verringerung des Flächenverbrauchs in Baden-Württemberg entwickelt.

Der BUND-Arbeitskreis „Zukunftsfähige Raumnutzung“ hat ein differenziertes Positionspapier zum Thema Flächenverbrauch erstellt. Auf 35 Seiten skizziert er den Weg zu einer wirklich nachhaltigen Raumnutzung. Nach einer Einführung in die Problematik folgt eine ausführliche Bestandsaufnahme und eine Analyse der Ursachen des Flächenverbrauchs. Warum ist eine Flächenkreislaufwirtschaft nötig? Und mit welchem Instrumentenmix kann sie in Deutschland verankert werden? Die Antwort auf diese Fragen mündet abschließend in „Forderungen für ein Handlungskonzept“.

Unter aktiver Beteiligung des BUND und unter Koordination von Euronatur haben 15 Umweltorganisationen einen Handlungsleitfaden zur nachhaltigen Siedlungsentwicklung herausgegeben. Dieser enthält vielfältige Anregungen und praxisnahe Beispiele für die örtliche Arbeit an einer flächenschonenden und nachhaltigen Stadtentwicklung.

  • "Aktiv für Landschaft und Gemeinde: Leitfaden für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung" (3,5 MB)
  • Literaturtipp: Das neue Gesicht der Stadt. Strategien für die urbane Zukunft im 21. Jahrhundert, hg. von der Fachkommission Stadtentwicklung der Heinrich-Böll-Stiftung. Mit Beiträgen u.a. von Franziska Eichstädt-Bohlig, Martin Junkernheinrich, Carola Scholz, Hartmut Häußermann, Detlev Ipsen, Brigitte Dahlbender und Andreas Feldtkeller. Erschienen 2006. 208 Seiten, 8 Euro.

Im Jahr 2009 hat der BUND Baden-Württemberg im Rahmen der Stakeholder-Arbeitskreise zur Naturschutzstrategie des Landes ein Positionspapier zu den Handlungsmöglichkeiten der Landesregierung im Bereich Flächenverbrauch verfasst:



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