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Zukunftsfähige Energie

Nach Angaben des BWE standen Ende 2007 in Deutschland 19 460 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 22 247 Megawatt. Mit diesen Anlagen hat die Windenergie einen Anteil von 7,2 Prozent am Stromverbrauch in Deutschland abgedeckt. Es gibt Studien, die sehen für die Windenergie in Deutschland ein Potential von bis zu 40 Prozent. Diese Anlagen, wie auch alle anderen erneuerbaren Energien, müssen zu einem großen virtuellen Kraftwerk vernetzt werden. Wenn wir endlich in der Energieversorgung das Denken und die Strukturen von 1970 hinter uns lassen und auf virtuelle Kraftwerke, Stromspeicherung und Verbrauchermanagement bauen, dann ist auch mit der unsteten Windenergie eine sichere Stromversorgung gegeben.

Und auch die Zusammenlegung der vier Übertragungsnetze respektive der vier Regelzonen in Deutschland zu einer einzigen würde einen effizienteren Energieeinsatz durch einen geringen Regelbedarf erbringen (denn in einem großen Netz gleichen sich Schwanken besser aus). Unsicherheiten, die durch große, träge und veraltete Kraftwerksstrukturen bestehen, sollten wir hinter uns lassen - erinnern wir uns zum Beispiel an den Blackout in Dänemark durch ein schwedisches Atomkraftwerk oder an die Stromknappheit in Baden-Württemberg durch den Ausfall der Kernenergie während der Sommerhitze 2003.

Der Einsatz von Windenergie führt keinesfalls zur sinnlosen Verschleuderung von Brennstoffen wegen Regelaufgaben. Regelaufgaben werden in Deutschland von Pump-/Speicher-Kraftwerken und von gas- oder ölbetriebenen Kondensations-Kraftwerken übernommen. Ein Vergleich: In Baden-Württemberg stehen ca. 2 GW Leistung in Pumpspeicherkraftwerken ca. 0,26 GW installierter Windkraft-Leistung gegenüber. Windkraft passt durchaus in unsere Stromversorgung: Die SchleswAG, ein Netzbetreiber mit einer großen Windenergie-Kapazität, nutzt zur Steuerung seine Kraftwerkskapazitäten inzwischen erfolgreich 24-Stunden-Wind-Prognosen. Die Windenergie ist dabei keine unsichere Energie: Am einzelnen Standort mag die Stromerzeugung ruhen, jedoch irgendwo weht fast immer der Wind (absolut windfreie Tage sind sehr selten). Außerdem fallen nicht alle Windkraft-Anlagen bei aufkommender Flaute bzw. Sturm abrupt aus, sondern nach und nach. Zudem ist geplant, weitere Windkraftanlagen auf hoher See ("Off-Shore") zu bauen, wo der Wind gleichmäßiger weht. Insgesamt ist von 2002 auf 2003 der Regelenergiebedarf in Deutschland zurückgegangen, obwohl 1 703 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 2,6 GW zugebaut worden sind; hier zeigt sich, wozu ein intelligentes Energiemanagement fähig ist. Je mehr und je verteilter die Windenergie genutzt wird, desto steter kann ihr Beitrag sein.

Dazu eine Aussage aus dem DLR: Wegen der Kernkraftwerke, die nicht regelfähig sind, wurden große Regelreserven eingerichtet, die jedoch heute nicht mehr so stark gebraucht werden und deshalb für andere Aufgaben nutzbar wären. Für Windenergie wird keine neue Regelreserve gebraucht. In Norddeutschland, mit seinem hohen Windenergieanteil, liegt die Inanspruchnahme von Regelreserve bei max. 3 Prozent, das ist weniger als im konventionellen Netz ständig gebraucht wird.

Auch konventionelle Kraftwerke fallen aus (z. B. im Sommer 2007 gleich sechs Atomkraftwerke); wobei dann aber von der Strommenge gleich die Dimension dutzender Windparks erreicht wird. Für derartige Ereignisse und für verbraucherbedingte Lastschwanken (z. B. zur Mittagszeit oder zur Pause bei der Fußball-Länderspielübertragung) müssen schon immer Reservekapazitäten bereitgehalten werden.



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